Gegner des Logistikzentrums treten zur Wahl an

  • vonred Redaktion
    schließen

Lich(pm). Der Verein Bürger für ein lebenswertes Lich (BfL) hat sich gegründet, um das Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe zu verhindern. Jetzt will eine Wählergruppe bei der Kommunalwahl antreten. Ziel sei es, "aktiv die zukünftige Kommunalpolitik in unserem Lich zu gestalten", teilte Öffentlichkeitsbeauftragter Burkhard Neumann mit.

Die Wählergruppe will sich außerhalb des bestehenden Vereins gründen und sich mit allen wichtigen Themen für die Kernstadt und die Stadtteile beschäftigen. Es soll eine offene Gruppe werden, die in den nächsten Wochen ein politisches Programm erarbeitet. "Nachhaltigkeit, Bürgernähe, soziale und ökologische Verantwortung, moderne Verkehrskonzepte, wirtschaftliche Weiterentwicklung und Baumaßnahmen sowie digitale Zukunftsstrukturen sollen dabei im Vordergrund stehen", berichtete Neumann.

Alle interessierten Bürger sind eingeladen, sich zu beteiligen. "Es braucht mutige Demokratie und Bürgerinnen und Bürger, die auch politische Entscheidungen ins Ziel tragen", so Neumann.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins hat der Vorstand zuvor Bilanz gezogen: Die politisch Verantwortlichen, "vor allem Freie Wähler, CDU und SPD wollten das Projekt unbedingt, auch gegen die Vernunft und den Willen einer Großzahl der Licher Bürgerinnen und Bürger, durchsetzen", schreibt Neumann in seiner Mitteilung. "Die Notwendigkeit, der Zukunft nachhaltiger und ressourcenschonender zu begegnen, wurde nicht gesehen. Der Profit eines Unternehmens wurde deutlich über die Interessen der Bevölkerung gestellt", erklärte Magnus Schneider, Vorsitzender des Vereins. Die BfL und die Gegner des Logistikzentrums seien "fassungslos, wie intolerant und ignorant Fakten seitens der Politik bewusst ignoriert wurden". Einsicht oder das Überdenken der Standpunkte sei in der Politik nicht zu erkennen. Nun werde Lich mit den Folgen leben müssen. "Dass so etwas nie wieder passieren darf", darüber waren sich laut Neumann alle Teilnehmer der Mitgliederversammlung einig. "Um politische Entscheidungen über die Köpfe der Bevölkerung hinweg zukünftig zu verhindern, werden wir quasi gezwungen, uns in einer politischen Wählergruppe zu organisieren." Nur so könne ein kommunalpolitisches Mitspracherecht garantiert werden und "eine kritische Auseinandersetzung in die Stadtverordnetenversammlung einziehen", so Neumann.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare