Gastronomie wird unterstützt

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Lich(us). Dass die Gastronomie von der Corona-Krise besonders stark betroffen ist, bestreitet niemand. Dass sie Unterstützung braucht, haben alle verstanden. Und doch hat der Haupt- und Finanzausschuss einen Dringlichkeitsantrag der Demokratischen Bürgerliste (DBL) abgelehnt, der auf eine Ausweitung der Außenbewirtschaftung abzielte. Zuvor hatte Bürgermeister Dr. Julien Neubert versichert: "Alles, was in der Hand der Stadt liegt, haben wir bereits gemacht."

Andreas Müller-Ohly hatte den DBL-Antrag mit der dramatischen Lage in der Branche begründet. "Die Gastronomen stehen mit dem Rücken an der Wand." Auch wenn sie nach der mehrwöchigen Zwangspause nun ihre Lokale wieder öffnen dürfen, sei das Ausgehverhalten der Leute doch sehr verhalten. Zudem müssten weiter Abstandsregeln eingehalten werden. "Die Betriebe kommen nicht auf die notwendigen Umsätze", sagte der DBL-Mann. Deshalb sollte die Stadt gemeinsam mit der Gastronomie und dem Verein "Lich erleben" schnellstmöglich ein Konzept erarbeiten, um den Gaststätten kostenlos zusätzliche Flächen auf öffentlichen Plätzen, Parkplätzen oder Bürgersteigen zur Verfügung zu stellen.

Der Bürgermeister bezeichnete den DBL-Vorstoß als Schaufenster-Antrag. "Man spürt: Wir sind im Kommunalwahlkampf." Er habe seit April mehrfach mitgeteilt, dass die Stadt auf Pacht verzichte und keine Sondernutzungsgebühren erhebe. "Dafür brauche ich kein Konzept", sagte Neubert. Im Gegenteil: "Wenn ich angesichts der Not der Gastronomen bis Juli gewartet hätte, dann müsste ich mir was vorwerfen." Die Ausschussmehrheit sah das genauso. Der DBL-Antrag wurde einstimmig bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Müller-Ohly hat als Einzelkämpfer in der Stadtverordnetenversammlung im Ausschuss kein Stimmrecht.

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