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Investition in der Zwangspause: Markus Müller und sein Team haben die Terrasse im Landhaus Klosterwald für 180 000 Euro erneuert - unter anderem mit einem Baldachindach. FOTO: PD

Nach Corona-Absagen im Frühjahr

Gastronomie hofft auf Hochzeitsfeiern im Herbst

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Von kostendeckenden Umsätzen ist das Landhaus Klosterwald im Moment weit entfernt. Markus Müller hofft, dass msn spätestens im Herbst wieder mit großen Feiern planen kann.

Ganze vier Hotelgäste durfte das Team im Landhaus Klosterwald in den neun Wochen des Shutdowns zwischen Mitte März und Mitte Mai begrüßen. Und das bei einer Kapazität von 18 Zimmern und 36 Betten, die normalerweise zu 80 Prozent belegt sind. "Normalerweise haben wir 365 Tage im Jahr geöffnet", verdeutlicht Markus Müller, wie heftig die Corona-bedingte Zwangspause Gastronomie und Hotel in Arnsburg getroffen hat.

Tagungen, Geburtstagsfeiern, Konfirmationen und vor allem Hochzeiten - für April, Mai und Juni wurde so gut wie alles storniert. Dennoch richten sich die Blicke des Inhabers und seiner Familie nach vorn. "Es wird bald ein Leben nach der Corona-Krise geben. Eine Zeit nach der Unsicherheit, mit einem zurückkehrenden Alltag", gibt Müller in einem Schreiben an die Gäste seine optimistische Sicht auf die Zukunft im Landhaus Klosterwald weiter.

Dass es sich dabei nicht um Worthülsen handelt, macht der 51-Jährige schnell deutlich. So steht ein Großteil der für dieses Jahr gebuchten 49 Hochzeiten weiter auf dem Plan des zwischen dem Zisterzienserkloster Arnsburg und der Münzenburg gelegenen Gastronomiebetriebs. Nur zwei der vorgesehenen Hochzeitsgesellschaften hätten komplett storniert - auch aus Angst vor den persönlichen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Alle anderen Brautpaare haben ihre Feier einfach um ein paar Monate verlegt, manche in den Herbst oder Winter, andere gleich ins nächste Jahr. "Wir haben für 2021 schon 36 Hochzeiten im Terminkalender", sagt Müller.

Der Gastronom erzählt aber auch, dass sich hinter Absagen und Terminverschiebungen manchmal Dramen abspielen. "Das Brautkleid hängt im Schrank und wir dürfen nicht feiern", ist einer von vielen Stoßseufzern, die der Klosterwald-Chef in den vergangenen Wochen gehört hat. Dass gerade Hochzeitsgesellschaften unter den aktuellen Umständen ihre Feier eher absagen als nach dem Motto "Augen zu und durch" über die Bühne zu bringen, das kann Müller sehr gut nachvollziehen. "Eine Hochzeitsfeier lebt von Emotionen, Nähe und Tanz und nicht von Abstandsregeln und Hygienekonzepten", sagt der erfahrene Gastronom. Und für viele Paare ist mit der Absage des Events auch eine neue Planung für die Raumgestaltung, den Fotografen oder die Hochzeitsreise erforderlich. "Wer bei uns eine Hochzeitsfeier absagt, muss weder eine Stornogebühr zahlen noch vorher eine Anzahlung leisten."

Der Klosterwald -Chef geht davon aus, dass die Zeit der großen Feiern spätestens Ende August wieder beginnt. "Paaren, die ihre Hochzeit in Richtung Jahresende verlegt haben, konnten wir mitunter keinen Termin am Samstag oder Sonntag mehr anbieten", berichtet Müller. Deshalb seien etliche Hochzeitsgesellschaften auf Termine an einem Donnerstag oder Freitag ausgewichen.

Auch für Konfirmationsfeiern wurden die sonst üblichen Termine im April und Mai storniert und auf September oder Oktober verlegt.

Bei allen Umstellungen und Neuterminierungen hat Inhaber Müller nicht nur die Gäste, sondern vor allem auch sein Personal im Blick. 30 fest angestellte Kräfte und elf Aushilfen gehören zum Landhaus Klosterwald. "Das soll auch so bleiben. Ich möchte unsere Mitarbeiter halten", sagt Müller. Die Beschäftigten haben in den vergangenen Wochen etwa für die Notbetreuung an Licher Kitas und Schulen gekocht und zahlreiche weitere Arbeiten übernommen.

Im Landhaus Klosterwald hat man die Zwansgpause genutzt, um sich für die Zeit danach optimal aufzustellen. Prunkstück der umfangreichen Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten ist die Terrasse. Der Außenbereich hat eine Größe von 280 Quadratmetern, 180 davon sind jetzt überdacht. Es wurde geschliffen, gestrichen, gefliest und gepflastert. Und es wurde ein Hygienekonzept umgesetzt, das eine "Einbahnstraßenregelung" vom Eintritt in den Gastraum bis zum Ausgang im Hotelbereich und viele weitere Punkte von der Desinfektion bis zur Einhaltung der Abstandsregeln vorsieht.

Hoffnung macht im Landhaus Klosterwald nicht nur die Aussicht auf größere Feiern in Herbst und Winter. Auch das Tagesgeschäft nimmt langsam wieder Fahrt auf. "Der Start vor einer Woche verlief schleppend", sagt Müller. "Der Sonntag war schon viel besser und für den Himmelfahrtstag war der komplette Außenbereich vorreserviert."

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