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Unter der Leitung von Kantor Christof Becker musiziert das Ensemble von Kantorei, Solisten und der "Capella instrumentalis" in hoher Qualität.

Fulminante Wucht zum Finale

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Lich (usw). Ein reines Vergnügen war der Auftakt zur diesjährigen Reihe "Barockfestlich" am Freitag in der Marienstiftskirche. Unter der Leitung von Kantor Christof Becker musizierte das Ensemble von Kantorei, Solisten und der "Capella instrumentalis" in höchster Qualität. Die Zuhörer spendeten reichlich verdienten Beifall.

Das Repertoire am Eröffnungsabend der bewährten Reihe bestand aus einer Sammlung großer Motteten und Konzerten von Heinrich Schütz. Man hatte zudem dafür gesorgt, dass weitgehend Originalinstrumente verwendet wurden, damit die Zuhörer die Werke in ihrer ursprünglichen Klangbeschaffenheit hörten.

Barocker und tänzerischer Klang

Der Beginn mit "Erhöre mich, wenn ich rufe" präsentierte eine anmutige, sanfte, verhaltene und im schönen Fluss realisierte Spielweise, ganz ausgewogen. In der Akustik der Kirche erschloss sich dem Zuhörer der barocke Klang des Stücks. Insgesamt 17 Werke wurden vorgetragen, das Programm war klug mit einer dramaturgischen Steigerung versehen und endete in fulminanter Wucht. Nicht zu vergessen die funkelnden tänzerischen Aspekte, die Becker herausarbeitete. Der Kantor erwies sich erneut als Meister der fein ziselierten Barockwiedergabe.

Der versierte Chor agierte hoch motiviert wie gewohnt und überzeugte mit ausgezeichneter Sprachverständlichkeit und Transparenz des Klangs. Das erste von zahlreichen Glanzlichtern des Abends war "Das ist je gewisslich wahr". Sehr gut differenzierte Gruppen, hervorragende Transparenz besonders auch in den Tutti und eine mitreißende Emotion: das war höchst ansprechend und kraftvoll.

Die Solisten - Ralf Petrausch (Tenor), Niklas Romer (Countertenor), Daniel Starke (Bass), Eva Be Yauno-Janssen (Sopran), - waren nicht nur allein hörenswert, sondern auch im Zusammenklang. Überdies machte Sopranistin Yauno-Janssen durch angenehmes Timbre und bestechende Klarheit der Artikulation auf sich aufmerksam, während Bariton Petrausch mit ausgewogener und klarer Stimmlichkeit überzeugte.

Countertenor Romer ragte unterdessen heraus. Präzise intonierte er einen ansprechenden barocken, lieblichen Klang. Und nicht zuletzt Bassist Starke ergänzte das Spektrum einnehmend prägnant, mit rundem Klang und makelloser Intonation.

Ein weiteres Glanzlicht des Abends war "Komm Heiliger Geist", indem Chor und Instrumentalisten eine besonders innige Verbindung eingingen: glasklare Sprache und transparenter, besonders verbundener Klang, während der Vortrag des Lieds "Ihr Heiligen lobsinget" eine bezaubernde Beschwingtheit aufwies.

Schließlich setzte der ganz große orchestrale Abschluss mit dem Halleluja in "Nun danket alle Gott" ein emotional wuchtiges, befriedigendes Schlusswort. Ein überaus gelungener Beginn der Reihe.

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