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Mit rot-weißem Flatterband ist das Gelände abgesperrt. FOTO: US

"Das Flatterband hängt da nicht umsonst..."

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Lich(us). Das ist hart für alle Freunde des Licher Bürgerparks: Der vermutlich schönste Spielplatz im Landkreis Gießen ist seit Dienstag gesperrt. Trotz schönstem Frühlingswetter dürfen Sandkasten, Schaukeln, Rutschen und all die anderen verlockenden Geräte auf dem sonst stark frequentierten Gelände nicht genutzt werden.

Die von der Landesregierung am Dienstag erlassene Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus greift auch im Herzen von Lich. Der Vorstand des Bürgerparkvereins hat vor zwei Tagen prompt reagiert und das Gelände samt Spielgeräten eigenhändig mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, damit alle wissen, was die Stunde geschlagen hat. "Wir haben über die Nachrichten von der Verordnung erfahren und uns im Vorstand dann kurzgeschlossen", berichtet die Vorsitzende Katharina Hillgärtner-Erll auf Nachfrage. Man sei sich schnell einig gewesen, dass man als Verein in der gegenwärtigen Situation Verantwortung trage. Deshalb auch die offensichtliche Sperrung mit Flatterband. Sie sei als klarer Appell an die Nutzer zu verstehen, die Verordnung der Landesregierung einzuhalten. "Wir möchten damit helfen, die Infektionskette mit dem Coronavirus zu verlangsamen", heißt es in einem Aufruf des Vorstands, der nicht nur am Zugang zum Bürgerpark hängt, sondern auch über Facebook verbreitet wurde.

Allerdings: Auf Anhieb hat das nicht geklappt. "Gerade am Mittwoch haben das viele ignoriert", hat Hillgärtner-Erll beobachtet. Inzwischen habe der Verein Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen, damit die Ordnungspolizei ein Auge auf den Bürgerpark wirft. "Und auch wir selbst werden die Leute ansprechen und sie bitten, das Gelände zu verlassen."

Mittlerweile war nicht nur die Ordnungspolizei vor Ort. Auch Bürgermeister Dr. Julien Neubert hat vorbeigeschaut und, wie er berichtet, ein paar Jugendliche zur Raison gerufen: "Das Flatterband hängt da nicht umsonst..." Etwas Nachdruck habe die Ermahnung schon gebraucht, denn: "Nach ein paar Minuten waren die wieder da."

Mittlerweile scheint das Verbot aber zu greifen. Gestern Vormittag ist das Gelände bei schönstem Frühlingswetter komplett verwaist. Zwei Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner ausführen, bleiben vor dem Aushang des Vorstands stehen. Er endet mit dem Aufruf: "Bitte bleiben Sie so weit wie möglich zu Hause und schützen Sie damit das Leben unserer Mitmenschen. Wir freuen uns sehr auf Euch alle, wenn sich unser Leben wieder normalisiert hat."

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