Kunst-Event

Facettenreiche Kunst in Licher Scheunen

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Fotografien, Malerei, Skulpturen – der Facettenreichtum der Kunst zog wieder Tausende ins Herz der Natur, wo bei Kunst in Licher Scheunen sogar lebende Hühner zum Ausstellungsobjekt wurden.

Bei schönstem Sonnenschein zog es am Wochenende Tausende Besucher nach Lich. Denn auch die sechste Auflage von Kunst in Licher Scheunen war der Besuchermagnet für Liebhaber von Malerei, Fotografie, Schmuckdesign, bildender Kunst und allen, die ihre Freude daran haben, unbekannte Orte zu entdecken.

Überschattet wurde der Kunstreigen vom frühen Tod Dr. Erhard Roths, dem Initiator und der treibenden Kraft hinter der Veranstaltung. Bei der Eröffnung am Samstagvormittag erinnerten Freunde und Mitstreiter der Arbeitsgruppe "Fahr nach Lich", die als Teil des Kulturvereins verantwortlich für Kunst in Licher Scheunen ist, an ihr wertvolles Mitglied.

"Er brachte mit seiner freundlichen, lächelnden Art Menschen dazu, Sachen zu machen, die sie sonst nicht machen,", erinnerte Architekt Paul-Martin Lied an Roth. Ein "gutmütiger Irrer" sei er gewesen. "Auch mit schwindenden Kräften plante er weiter und war immer wieder begeistert von neuen Ideen", machte Roths langjähriger Freund und ausstellender Künstler Gottfried Römer deutlich. Immer sei sein Ziel gewesen, Kunst und Kultur nach Lich zu bringen.

Orte, die sonst verborgen sind

Nachdem Römer zusammen mit Sängerin Eva Abdel-Rahim die Lieder "Der Weg" und "True Colours" vorgetragen hatten schickten die Verantwortlichen der Arbeitsgruppe Luftballons mit der Aufschrift "Danke" in den Himmel.

Am Samstag und Sonntag wurde deutlich, dass der Erfolg der Veranstaltung, deren Organisation nun auf verschiedenen Schultern verteilt wird, nach wie vor anhält. Zu bestechend ist auch die Mischung für die Besucher, die bei Spaziergang oder Kutschfahrt nicht nur ganz unterschiedliche Kunst entdecken können, sondern auch Orte, die sonst nicht zugänglich sind. In alten Scheunen hängen theatrale Spinnweben von der Decke. Altes Gerät und Werkzeuge zeugen von früheren Zeiten. Dazwischen bunte Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk.

Annähernd 60 Künstler an 40 Veranstaltungsorten waren dabei – so wie in den vergangenen Jahren. Abgerundet wurde das Kunsttreiben durch ein umfangreiches Begleitprogramm wie beispielsweise dem kulinarischen Marktplatz vor dem Rathaus, organisiert vom Verein Lich erleben, oder dem verkaufsoffenen Sonntag. Rund um das Kulturrestaurant Savanne in der Schlossgasse lud ein afrikanischer Künstlermarkt mit farbenfrohen Ständen dazu ein, allerlei Textilien und Holzhandwerk zu entdecken.

Massentierhaltung im Fokus

In der alten Wurstfabrik spritzte Fotografin Meike Dietz bei ihrer Charity-Fotoaktion für Delphintherapien von zwei Kindern sowie dem Haus Atemzeit in Wölfersheim mit farbigen Wasser. Das Rahmenprogramm sah außerdem verschiedene musikalische Auftritte vor.

Ganz gleich, ob die Künstler hauptberuflich mit ihren Werken Geld verdienen oder ihre Leidenschaft einfach nur als Hobby ausleben – das gebotene Spektrum ist beachtlich. Der Neu-Licher Karl Anton Koenigs verwandelte beispielsweise Hof, Scheune und Nebengebäude der Dippemühl gleich in seine eigene Welt, dem Kakversum.

Der Name ist angelehnt an seinen Namen, und basierend auf der Frage "Willst du mich verkakeiern?" gab es nicht nur lebende Hühner zu sehen, sondern auch Installationen rund um das Thema Massentierhaltung. Bilder von Armin Müller-Stahl, Janosch und Hundertwasser hatte die Galerie auf dem Schiffenberg mit im Gepäck, und die Edition noir aus Nieder-Bessingen wieder allerlei Zeichnungen von Bodo W. Klös. Die Galerie Peter Seharsch zeigte Werke des in Muschenheim lebenden Malers, und Ruken’s Galerie aus der Marburger Oberstadt präsentierte gleich mehrere Künstler.

Besuch aus der Partnerstadt

Aus Lichs Partnerstadt Vänersborg waren die drei Künstlerinnen Marie Isaksson, Erjas Tienvieri und Maritha Kylén angereist, die von vier weiteren Künstlern Gemälde im Gepäck hatten. Bei Kunst in Licher Scheunen möchten sie hiesige Künstler kennenlernen, und vielleicht klappt dann auch ein reger Kunstaustausch mit der schwedischen Partnerstadt. Ganz so, wie er schon auf musikalischer Ebene stattfindet.

Wo gibt es für solches Kennenlernen einen schöneren und entspannteren Rahmen als das gelungene Kunst-in-Licher-Scheunen-Wochenende?

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