In ihrer Wohnung in Lich fühlen sich Isabell Neumann und Jörg Becker bereits sehr wohl. Jetzt wollen sie auch musikalisch in ihrer neuen Heimat ankommen: Am 11. Juli spielen sie ihr erstes Konzert in Krumbach. FOTO: LKL
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In ihrer Wohnung in Lich fühlen sich Isabell Neumann und Jörg Becker bereits sehr wohl. Jetzt wollen sie auch musikalisch in ihrer neuen Heimat ankommen: Am 11. Juli spielen sie ihr erstes Konzert in Krumbach. FOTO: LKL

Musik

Erstes Konzert nach Umzug nach Lich

  • vonLena Karber
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Als Pop-Duo "Tonland" spielen Isabell Neumann und Jörg Becker seit 2018 deutschlandweit Konzerte. Nun sind sie im Kreis Gießen heimisch geworden und freuen sich auf ihr erstes Konzert in Biebertal.

Isabell Neumann zeigt Richtung Fenster. "Da unten auf dem Wendehammer habe ich als Kind schon gespielt", erzählt sie. Neumann strahlt mit den frisch gestrichenen Wänden im ersten Stock ihres Elternhauses in Lich um die Wette. Wenn man so will, hat hier vor Jahren hat ihre musikalische Laufbahn begonnen. "Gesungen habe ich schon immer", sagt sie. "Und dann habe ich mit etwa acht oder neun im Kirchenchor angefangen."

An Isabell Neumanns Seite sitzt Jörg Becker, der nicht nur ihr Lebensgefährte, sondern auch ihr musikalischer Partner ist: Gemeinsam sind sie das Duo Tonland, das in den vergangenen beiden Jahren deutschlandweit über 60 Konzerte gespielt hat. Darunter waren größere Auftritte, etwa beim "Stoffel" im Frankfurter Günthersburgpark oder beim Schlossgrabenfest in Darmstadt, aber auch Darbietungen bei Hochzeiten. "Ich sage immer, wir spielen an jeder Steckdose", sagt Becker und lacht.

Dabei sind Steckdosen für die Musik von Tonland gar nicht so essenziell, denn das Duo liebt es pur: Nachdem die erste EP noch "sehr poppig" war, stehen bei den jüngst aufgenommenen Liedern in der Regel Gitarre und Gesang im Mittelpunkt - oftmals zweistimmig. Dabei liefert Neumann die Texte, Becker die Melodie. Was zuerst da ist, wechselt. Mal hat Neumann ein Thema oder Textfragmente im Kopf und bringt etwas zu Papier, das ihr Partner dann musikalisch vertont, mal ist es andersrum. "Manchmal klimpere ich vor mich hin und Isabelle fragt mich dann, ob es das schon gibt", sagt Becker. Wenn er verneint, geht es auch schon los. "Wir kriegen das immer recht schnell hin", sagt Neumann und erzählt, dass das Duo nach seiner Gründung im Januar 2018 binnen eines Jahres 50 Songs geschrieben habe. "Als wir zehn Tage in einer Finca auf Mallorca verbracht haben, sind neun Lieder entstanden."

Zugute kommt den beiden dabei wohl, dass sie sich selbst keine Schranken setzen. Als Becker mit zehn Jahren mit dem Gitarrespielen begann, bekam er erst einmal drei Jahre lang Klassik-Unterricht. Später folgten dann Blues und Jazz, Rock ’n’ Roll und die erste E-Gitarre. "Das fließt alles in unsere Musik ein", sagt er. "Wir wollen uns in keine Schublade stecken lassen." Für jeden Hörer solle etwas dabei sein.

"Unser Credo ist, dass wir Geschichten aus dem Leben erzählen wollen, sodass sich die Leute damit identifizieren können", sagt Neumann. "Das Leben hat so viele unterschiedliche Facetten, und wir haben für alles einen Song." Becker stimmt ihr zu. Wichtig sei bei den Songs und den Texten die richtige Balance: "nicht zu platt und nicht zu vergeistigt".

Dabei ist für Tonland auch die Sprache zweitrangig: Ihr Repertoire umfasst deutsch- und englischsprachige Songs. Die erste EP trug den Namen "Melodienreich", die zuletzt entstandenen Lieder, für deren Aufnahme Neumann und Becker im Rahmen einer USA-Reise extra ein Studio gebucht hatten, tragen den Titel "Nashville Notes."

Für Tonland war die USA-Reise eine ganz besondere. Nicht nur wegen der Aufnahme in Nashville, die Becker als "Traum eines jeden Musikers" bezeichnet, sondern auch, weil sie für die beiden ihr persönlicher "Babymoon" war, wie Neumann sagt. Denn seit knapp zehn Monaten sind Tonland Eltern, was letztlich auch den Ausschlag für ihren Umzug von Offenbach nach Lich gab - schließlich soll ihr Kind auch mit seinen Spielkameraden im Wendehammer toben können.

Nur musikalisch verlief der Umzug für Tonland nicht wie geplant. Gerade als die beiden nach einjähriger Baby-Pause wieder durchstarten wollten, kam Corona. Und auch die ersten regionalen Veranstaltungen, auf denen sie spielen sollten, fielen dem Virus zum Opfer. Entmutigen lässt sich das Paar dadurch jedoch nicht. "Wir haben schon viele Kontakte geknüpft", sagt Neumann. "Wir wollen jetzt auch regional richtig einsteigen."

Deshalb sei man "ganz proaktiv" an Anette Woitschitzky herangetreten, die die Konzertreihe "Wir sind noch da" im Gästehaus "Am Kirchlein" in Krumbach organisiert und habe sich "beworben", erzählt Neumann. Mit Erfolg: Am 11. Juli werden die beiden dort ihr erstes Konzert nach Corona und gleichzeitig ihren musikalischen Einstand in der neuen Heimat geben. "Es ist eine total schöne Aktion", schwärmt die 35-Jährige. "Wir freuen uns riesig darauf."

Erstes Konzert in der neuen Heimat

Das Duo Tonland, bestehend aus Isabelle Neumann und Jörg Becker, spielt am 11. Juli um 20 Uhr im Gästehaus "Am Kirchlein" in Biebertal-Krumbach im Rahmen der von Annette Woitschitzky organisierten Konzertreihe mit dem Motto "Wir sind immer noch da". Da wegen Corona nur wenige Karten erhältlich sind (12 Euro, Reservierung unter: 06 40 9/66 24 70 7 oder kontakt@amkirchlein.de) wird das Konzert auf der Facebookseite von Tonland übertragen: www.facebook.com/ton landmusik

Die Beiden bezeichnen ihre Musik als "Acoustic Pop", doch sie weist unterschiedliche Einflüsse auf, etwa aus dem Country- oder dem Blues-Bereich. Zudem singen Neumann und Becker sowohl deutsch als auch englisch. Der Fokus liegt auf eigenen Songs, bei Hochzeiten und anderen Feiern spielen sie jedoch auch Coversongs.

Mehr Informationen unter: www.tonlandmusik.de/Musik/

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