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Erinnerungen an Protest in Baumhäusern

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Lieder des Widerstandes sang die Band "Unerhört". © Emanuel Zylla

Lich (zy). In der Veranstaltungsreihe zum umstrittenen Weiterbau der A49 gaben das Kino Traumstern, der künstLICH Verein und das Demokratie- und Kulturforum Horlofftal »Kleinkunst als Antwort«. Thema im »Dazwischen« war der 2019 gestartete Protest im Dannenröder Forst. Knapp 30 Hektar Wald wurden für den Autobahnbau gefällt. Die Naturschützer hatten den Wald zuvor besetzt, die Polizei musste ihn auf Anweisung von oben räumen und wurde dabei von Demonstranten teils mit Fäkalien beworfen.

Auf die Seite der Widerstandsbewegung fokussierte man sich in Lich im »Dazwischen«. »Politisches und ökologisches Versagen« kritisierten hier die Kunstschaffenden mit Text, Musik und Schauspiel. Die Kern-Botschaften: Wirtschaftsinteressen stünden viel zu oft über dem Naturschutz. Lobbyismus habe dabei starken Einfluss auf die Politik. Sicher war man sich auch: Die Ausbaupläne der A49 seien nicht mehr zeitgemäß, da für die Klimaziele eine Verkehrswende vollzogen werden müsse.

Bilder und Barden

Als Gast hatten das Kino Traumstern, der künstLICH Verein und das Demokratie- und Kulturforum Horlofftal die Autorin Christa Seim eingeladen. Bei ihrer Lesung trug sie einige Eindrücke und Stimmen aus der Protestbewegung um den Dannrenöder Forst vor. Diese sammelte sie in ihrem Buch »Der Geist des Widerstandes und der Solidarität«. Mit viel Fotomaterial gibt sie darin nicht nur die Geschichte um den Bau der A49 wieder, sie erklärt zudem, warum ein Wald schützenswert und ökologisch notwendig ist.

Kunst habe der Protestbewegung »Mut und Kraft gegeben«. Als es dann um die »Danni-Eltern« ging, also die Mütter und Väter der Aktivisten, trieb es einigen betroffenen Gästen die Tränen in die Augen. Seim las die Zeilen einer Mutter vor, die ihrem Sohn für seinen beherzten »zivilen Ungehorsam« dankte: »Ich weiß, dass ich keinen ›Öko-Terroristen‹ großgezogen habe, sondern einen klugen verantwortungsbewussten Menschen«, bekräftigt die Mutter, die auch den Kampf gegen Wind und Wetter der Baumhausbewohner im Danni beschrieb.

Musikalisch hielten die Widerstands-Barden von »Unerhört« die Laune an diesem Vormittag oben. Satirisch zeigten die Schauspieler, vom »HinterHofTheater H2T« aus Hungen, überspitzte Szenen aus dem Widerstand. Im Kern ging es dabei um Sensationsgier in den Medien, um politische Tricksereien und um Menschen, denen Naturschutz nur wichtig ist, wenn sie selbst keinen Verzicht üben müssen.

Die Veranstaltung bildete den Abschluss der Reihe »A49 - Der Staat als Beschützer und Zerstörer?« Bereits vorher fand im Kino Traumstern eine Film-Matinee zur Dokumentation »Barricade« und eine Vorführung des Filmes »Die Autobahn: Kampf um die A49« statt.

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