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Grundsteinlegung für die neue Kita an der Asklepios-Klinik. Eine gerade Mauer bekommen die Verantwortlichen nicht hin, aber sonst läuft bisher alles wie am Schnürchen: v. l. Klinikgeschäftsführer Uwe List, Michael Pieck, Patricia Rembowski (beide Asklepios), Bürgermeister Bernd Klein, Stadtverordnetenvorsteher Hans-Ludwig Ensle, Ärztlicher Leiter Dr. Thilo Schwandner, Landrätin Anita Schneider.

Einzigartig im Landkreis Gießen

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Lich (us). Michael Pieck wagt eine Prognose: "Im April 2020 ist er fertig." Der Technische Leiter der Asklepios-Klinik spricht von der Kindertagesstätte, die auf dem Gelände des Krankenhauses entsteht. Am Donnerstag wurde der Grundstein gelegt für dieses Projekt, das im Landkreis Gießen einzigartig ist: ein Kindergarten mit Zwölf-Stunden-Betrieb von 6 bis 18 Uhr, gemeinsam realisiert von der Kommune und dem größten Arbeitgeber am Ort.

Zehn Plätze für Klinikmitarbeiter

Die Klinik tritt als Bauherrin auf, stellt das Gelände zur Verfügung, beteiligt sich mit zehn Prozent an den Gesamtkosten von etwa drei Millionen Euro und erhält dafür das Belegungsrecht für zehn Plätze. Die Stadt, die den Kindergarten betreiben wird, finanziert mithilfe von Fördergeldern den Rest und bezahlt damit die Miete im Voraus, wie Bürgermeister Bernd Klein sagte. Die zündende Idee für einen Kindergarten am Krankenhaus hatte Patricia Rembowski, die bei Asklepios fürs Marketing zuständig ist. "Das Konzept haben wir dann gemeinsam erarbeitet", erläuterte der Bürgermeister.

Die 75 Plätze, die in der neuen Einrichtung entstehen sollen, braucht Lich dringend. "Sie werden nicht reichen", prognostizierte Klein und verwies auf den steigenden Bedarf junger Familien an einer sicheren Betreuung, und merkte an: "Die Kinder kommen immer früher." Bereits jetzt liege die Quote der unter Dreijährigen, die den Kindergarten besuchen, bei 70 Prozent. "Da wünsche ich künftigen Bürgermeistern viel Spaß", bemerkte der Rathauschef ironisch. Er selbst wird, wenn der neue Kindergarten in Betrieb geht, nicht mehr im Amt sein.

Klinikgeschäftsführer Uwe List lobte das "ganz ausgezeichnete Projekt", das von allen politischen Ebenen Rückenwind erfahren habe. "Das habe ich so noch nicht erlebt." Zwar handele es sich bei dem Bau um eine öffentliche Kita, doch die Klinik als Arbeitgeber profitiere davon.

Diesen Aspekt griff auch Landrätin Anita Schneider auf. "Pflegepersonal wächst nicht auf den Bäumen", sagte sie. Insofern sei es wichtig, die vorhandenen Mitarbeiter an das Haus zu binden. Eine Kita mit Zwölf-Stunden-Betrieb in nächster Nähe zum Arbeitsplatz sei ein klares Zeichen an die Belegschaft. Schneiders ausdrücklicher Dank galt der Stadt Lich, die diesen mutigen Schritt gewagt habe.

Die Kindertagesstätte an der Asklepios-Klinik ist als Familienzentrum geplant. Neben vier Gruppen für 75 Kinder wird der benachbarte Waldkindergarten hier einen Raum finden. Zudem wollen die Hebammen der Asklepios-Klinik hier ihre Angebote bündeln.

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