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Die elektrische Kutsche beim Halt an der Pforte.

Lutherweg 1521

Eine Kutsche ohne Pferde: Pilgergruppe mit E-Kutsche an Ober-Bessinger Pforte zu Gast

  • VonPatrick Dehnhardt
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Eine besondere Pilgergruppe aus Bad Liebenstein übernachtete nun in Ober-Bessingen.

Vor 500 Jahren war Luther auf dem Heimweg vom Reichstag in Worms. Er soll dabei eine Kutsche benutzt haben - aber bestimmt nicht das Exemplar, welches nun vor der Ober-Bessinger Pforte stand. Diese wurde nicht von Pferden, sondern von einem Elektromotor angetrieben.

Die Kutsche stammt aus dem Wartburgkreis, aus Bad Liebenstein. Eine Gruppe von dort ist dieser Tage die Strecke von Worms nach Steinbach gereist. Auch Luther war auf dieser Route unterwegs, bis am 4. Mai 1521 es nahe Bad Liebenstein passierte: Die Kutsche wurde »überfallen«, der Reformator »entführt«. Dabei handelte es sich jedoch um eine Aktion, um Luther in Schutz und auf die Wartburg zu bringen.

Das Team aus Bad Liebenstein wollte an dieses historische Ereignis erinnern. Dazu nutzte sie das besondere Gefährt: Die Elektrokutsche wird eigentlich für Stadtrundfahrten genutzt. Nun ging sie auf ihre erste große Reise. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern war das Reisetempo dabei dem von vor 500 Jahren angepasst-

Die Aktion zog viel Aufmerksamkeit auf sich: In Ober-Bessingen wurden die Reisenden freundlich begrüßt, sich bei mitgebrachten thüringischen kulinarischen Köstlichkeiten über das Projekt intensiv ausgetauscht. Danach nutzten die Elektrokutschenpilger standesgemäß die Pilgerherberge in der Ober-Bessingen Pforte.

In Grünberg empfing Bürgermeister Frank Ide die Delegation, überreichte als Erinnerung ein Metallschild, welches die Entfernung nach Worms und nach Bad Liebenstein anzeigt.

Im Wikipedia-Eintrag zum »Lutherweg 1521« erhalten Ober-Bessingen und Nonnenroth übrigens eine ganz besondere Ehre: Sie werden wieder in den Stand der Selbstverwaltung erhoben. »Ober-Bessingen ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Gießen, 7 Kilometer östlich der Stadt Lich« heißt es darin etwa. Nun ja, der Wikipedia-Eintrag ist bestimmt schon etwas älter, die Gebietsreform liegt ja noch nicht so lange zurück und Ober-Bessingen ist ja erst seit dem 31. Dezember 1970 ein Stadtteil von Lich. pad/FOTO: PM/SC

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