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Ein Wacken der Feuerwehrmusik

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Von: Patrick Dehnhardt

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pad_musik2_120922_4c © Patrick Dehnhardt

Lich (pad). Vier Bühnen, über ein Dutzend Bands, weit über 300 Musiker und zahlreiche Besucher - es könnte die Bilanz eines Festivals wie »Wacken« sein. Bei den Bands handelte es sich allerdings um Spielmannszüge, Blasorchester und Musikzüge aus dem Landkreis Gießen, und bei der Openair-Veranstaltung genau genommen um das erste Kreismusikfest des Feuerwehrverbandes Gießen.

Bekanntlich hat auch das Metall-Festival Wacken mal klein angefangen. Das erste Kreismusikfest war im Vergleich dazu eine ausgewachsene Großveranstaltung. Dies zeigte allein der Auftakt, als gemeinsam alle über 300 Musiker am Alten Rathausplatz den »Böhmischen Traum« spielten. Dirigentin Franziska Görlach (Musikzug Muschenheim) leitete dieses Riesenorchester souverän und beeindruckte damit nicht nur Schirmherr und Bürgermeister Julien Neubert: »So viel Leute in Einklang zu bringen, schaffe weder ich im Stadtparlament noch Landrätin Anita Schneider im Kreistag.« Er dankte dem Organisationsteam rund um Harald Metzger vom Musikzug Muschenheim und hoffte, dass die Premiere den Auftakt zu einer Reihe von Kreismusikfesten markiert: »Es ist eine tolle Idee, alles zusammenzuholen und sich gemeinsam zu präsentieren.«

Wunsch nach mehr

Diesem Wunsch schloss sich auch Landrätin Anita Schneider an. Sie lobte die Ensembles besonders für ihre Nachwuchsarbeit. Denn egal ob in Eberstadt, Bellersheim, Muschenheim oder Lollar - überall wird »die Möglichkeit geboten, ein Instrument zu lernen, unabhängig vom Geldbeutel«. Darum fördere der Landkreis die Nachwuchsarbeit auch jährlich mit einer vierstelligen Summe.

Harald Metzger, Vorsitzender des Musikzugs, hatte zuvor in seiner Begrüßung erklärt, dass diese Nachwuchsarbeit nicht mit Jahreszahlen gleichgesetzt werden müsse: »Mit Musizieren zu beginnen, ist keine Frage des Alters, sondern des Wollens.« Er dankte allen Helfern und freute sich, dass der Musikzug mit solch einem Fest sein 62-jähriges Bestehen feiern könnte - das Fest zum 60. war wegen Covid-19 ausgefallen. In solch einer Dimension habe man 2020 allerdings auch nicht geplant gehabt. Kreisstabsführer Werner Rauber-Wagner sagte, dass es ein solches Fest im Landkreis Gießen noch nie gegeben habe.

Es sei nicht nur eine starke Präsentation der 17 Feuerwehrmusikgruppen im Landkreis, sondern auch ein Beweis für das Engagement. So seien alle Muschenheimer Ortsvereine bei den Aufbauarbeiten, Thekendiensten und der Verpflegung mit eingebunden, eine Heerschar von Freiwilligen aktiv. »Man hört immer viel, dass das Ehrenamt an Bedeutung verlieren würde«, sagte Rauber-Wagner vom Kreisfeuerwehrverband Gießen. »Wir beweisen hier heute, dass wir dagegen steuern.« Besonders dankte er Schirmherr Neubert. Der habe einen »großen Schirm im Einsatz, damit der Nachmittag trocken bleibt«. Beim Aufbau am Samstag hatte es aus Eimern geschüttet.

Nach dem gemeinsamen Auftakt marschierten die Gruppen zu den vier Spielorten, die sich im gesamten Dorf verteilten. Die Besucher flanierten nun von Konzert zu Konzert, eine große Bandbreite an Musikstilen wurde geboten. Zu hören waren neben dem Gastgeber das Blasorchester und der Spielmannszug Reiskirchen, das Musikcorps Großen-Linden, das Jugendmusikcorps und die 74er-Formation, das Blasorchester Eberstadt, der Musikzug Holzheim, die SG Musikverein Laubach/Musikzug Villingen, die SG Musikzug Bellersheim/Stadtkapelle Münzenberg, die SG Spielmannszug Allendorf/Lda./Spielleute der Busecker Schlossremise/FireBeazz sowie die SG Musikzug Staufenberg/Jugend- und Blasorchester Lollar. FOTOS: PAD

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pad_musik1_120922_4c © Patrick Dehnhardt
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pad_musik4_120922_4c © Patrick Dehnhardt

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