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Vernissage in der Klosterruine: Maler Peter Seharsch und Galeristin Ursula Bonke.

Doppelter Grund zum Feiern

  • Nastasja Akchour-Becker
    VonNastasja Akchour-Becker
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Lich (nab). Die Anfangszeiten waren nicht einfach. Aber trotzdem hat es Peter Seharsch, der kürzlich 77 Jahre alt geworden ist, geschafft, seinen künstlerischen Weg zu gehen. Und auch, davon zu leben. Denn seit 45 Jahren präsentiert seine Galerie in Kloster Arnsburg seine Malereien. Grund zum Feiern hatte Seharsch am Samstag also gleich doppelt. Er hat sich als Künstler einen Namen weit über die Region hinaus gemacht, wie man auch aus den Grußworten beim Fest in der Klosterruine vernehmen konnte.

»Peter Seharsch ist zu einer Zeit Künstler geworden, in der die Bedingungen dafür nicht einfach waren«, machte etwa Bürgermeister Dr. Julien Neubert deutlich. Geboren am 27. September 1944 in Böhmen, kam Seharsch mit der Vertreibung 1946 nach Oberhessen. Er lernte zunächst »etwas Ordentliches«, machte eine Malerlehre, doch sein Herz schlug stets für die Kunst.

Ende der 1970er Jahre wagte er den Schritt, setzte voll auf die Kunst und hatte Erfolg, als mit der Bauernmalerei und den Hessentags-Tellern »plötzlich der Knoten platzte«, wie er selbst sagt. Für Neubert ist Seharsch daher auch ein Vorbild für junge Menschen, die etwas wagen wollen.

Voller Energie

Bernd Birkenstock vom Freundeskreis Kloster Arnsburg lobte den Maler dafür, dass er für die Menschen aus der Region da ist. »Er hat immer geholfen, wenn er gebraucht wurde.«

»Was als künstlerischer Traum begann, entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte«, machte Prof. Dr. Klaus Doll in seiner Laudatio deutlich. »Heute ist Peter Seharsch weit über die Region hinaus bekannt. Seine Werke sind in der Hessischen Staatskanzlei, beim Landesportbund und der Ärztekammer zu sehen«, zählte Doll auf. Er sprach von einem Glücksfall, dass Seharsch 1976 den Sprung ins kalte Wasser wagte und eine Galerie in Kloster Arnsburg und nicht in einer »hippen Metropole« eröffnete. Und das Beste: »Nach wie vor steckt er voller Energie und hat neue Projekte vor Augen.«

Um was es dabei geht, verrät der Jubilar noch nicht. Aber bis dahin kann man sich an seiner bisherigen Vielfältigkeit erfreuen, zu der in jüngerer Vergangenheit etwa die Küstenlandschaften Sylts, Zyklen aus den Masuren, aber auch Abstraktes zählen. Seine neuen abstrakten Malereien durften die Gäste auch gleich vor Ort bestaunen. Lebensgefährtin und Galeristin Ursula Bonke enthüllte sie charmant mit einem Bolero-Tanz. Geiger Robert Varady umrahmte das Fest musikalisch. Für eine Überraschung sorgte Hochzeitssängerin Katharina Stahl (Gießen), die nebenan in der Paradieskapelle eine Trauung begleitet hatte und spontan Seharsch und dessen Gästen mit ihrem Gesang verzückte.

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