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Die Demonstranten vor dem Licher Krankenhaus.

Querdenker

Kreis Gießen: Demonstration für Corona-Testverweigerer vor Krankenhaus - Anwohner empört

  • Vonred Redaktion
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Ein Mann ist stolz darauf, sich in der Notaufnahme des Krankenhauses nicht testen zu lassen. 150 Unterstützer demonstrierten mit ihm am Samstag in Lich.

Gießen - Rund 150 Impfgegner und Kritiker der Corona-Maßnahmen haben am Sonntag vor der Asklepios-Klinik in Lich demonstriert. Sie trugen Plakate mit Slogans wie »Freiheit kann man nicht erimpfen«, »Ärzte, macht euch nicht mitschuldig« oder »Gesundheit beginnt damit, eine kranke Industrie zu hinterfragen« bei sich.

Zu der Aktion war in den vergangenen Tagen in diversen Telegram-Gruppen aufgerufen worden. Hintergrund ist ein Vorfall, der sich in der Licher Notfallambulanz ereignet haben soll und bei der Telegram-Gruppe »Gießen für Freiheit« folgendermaßen geschildert wird: Ein Mitglied sei mit Verdacht auf Herzinfarkt als Notfall in die Klinik gebracht worden. Weil sich der Mann vor der stationären Aufnahme keinem PCR-Test unterziehen wollte, habe der Arzt die weitere Behandlung abgelehnt.

Asklepios weist diese Darstellung entschieden zurück. Niemand werde abgewiesen, teilt Klinik-Sprecherin Patricia Rembowski mit. Eine Notfallbehandlung erfolge in jedem Fall. Aus Gründen des Datenschutzes seien weiter Angaben zum konkreten Fall nicht möglich.

Demonstration für Testverweigerer in Lich (Kreis Gießen): Anwohner äußern Unverständnis

Grundsätzlich stellt die Klinik klar, dass Antigen-Schnelltests in der Notaufnahme und PCR-Tests vor einer stationären Aufnahme zum Schutze aller Patienten und auch der Mitarbeiter unerlässlich seien. Sollte dabei Covid festgestellt werden, würden diese Patienten zur Weiterbehandlung in den Covid-Bereich der Klinik verlegt.

Die Demonstration in Lich war nach Aussagen von Bürgermeister Dr. Julien Neubert beim Ordnungsamt der Stadt nicht angemeldet. Die Polizei hatte Kenntnis von den Plänen und war mit zwei Streifenwagen vor Ort. Abgesehen von erregten Wortwechseln mit einem Videojournalisten verlief die rund einstündige Protestaktion im Nieselregen ohne Zwischenfall. Unter den Teilnehmern befanden sich Mitglieder der Partei »Die Basis« aus der Region. Auch der Patient, dem in der Klink die Behandlung verweigert worden sein soll, war vor Ort. Einige Anwohner, die das Geschehen beobachteten, äußerten empört ihr Unverständnis.

Seit Beginn der Pandemie sind im Landkreis Gießen 380 an oder in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Ingesamt 17 378 Fälle wurden registriert. Impfungen sorgen zwar für keinen hundertprozentigen Schutz, reduzieren jedoch das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs und der Ansteckung - und somit auch der Übertragung.

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