Foto: Claudette Barius/ Fingerprint Releasing - StudioCanal/dpa
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Foto: Claudette Barius/ Fingerprint Releasing - StudioCanal/dpa

Die Kinokritik

Daniel Craig als Bombenleger: Logan Lucky

  • Patrick Dehnhardt
    VonPatrick Dehnhardt
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Am 14. September kommt die Räuberkomödie in die Kinos. Unser Kritiker Patrick Dehnhardt hat ihn bereits gesehen – und findet ihn sehenswert, nicht nur wegen Craig und Tatum.

Vom Bond zum Bombenleger: Daniel Craig ist einer der vielen Stars, die sich bei Logan Lucky ein Stelldichein geben. Am 14. September kommt die Komödie, die einen teils bissigen Blick auf den American Way of life wirft, in die Kinos.

Die Brüder Clyde Logan (Adam Driver) und Jimmy Logan (mit toller Leistung: Channing Tatum) sind vom Glück nicht wirklich verfolgt. Clyde verlor im Irak-Krieg auf dem Weg zum Flughafen einen Teil seines Arms, Jimmy verpasst eine Sportlerkarriere aufgrund einer Knieverletzung. Seine Ex-Frau Bobbie (Katie Holmes) will mit der gemeinsamen Tochter nach Lynchburg ziehen – und damit Jimmys geliebtes West-Virginia verlassen. Bei seiner Arbeit auf einer Baustelle unterhalb einer Rennstrecke bekommt er mit, dass dort die Gelder der Imbissbuden über ein Rohrpostsystem in einen zentralen Tresor geschickt werden. Als er wegen seiner Knieverletzung aus »versicherungstechnischen Gründen« entlassen wird, beschließt er, diesen Safe zu knacken.

Gummibärchen-Bombe

Dazu will er sich den Bombenleger Joe Bang (Daniel Craig) mit ins Boot holen – nur sitzt der hinter Gittern und besteht zudem darauf, dass seine nicht mit viel Verstand gesegneten Brüder mit in den Coup eingebunden werden. Mit viel Erfindungsgeist gelingt es den Logan-Brüdern, Bang rauszuholen: Dazu zetteln sie eine Gefängnisrevolte an, in deren Chaos und dank eines eitlen Gefängnisleiters (»hier gibt es keine Aufstände, da wird nichts gemeldet«) sie ihn wirklich befreien und sogar wieder zurückbringen können, bevor sein Verschwinden auffällt. Doch dann scheint es, als würde der Raub schiefgehen...

Zunächst braucht der Film ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Ruhig werden die Hauptcharaktere eingeführt, die großteils aus der unteren Mittel- und Unterschicht stammen. Der Zuschauer wird dafür aber mit vielen humorvollen Momenten belohnt. Genial ist etwa die Szene, wenn Joe Bang mit einem Stift an der Tresorwand die chemische Formel seiner Bombe – bestehend aus Gummibärchen und Bleichmittel – vorrechnet. Oder bei der Gefängnisrevolte die Insassen als einzige Forderung stellen, den letzten – und noch nicht verfassten – Band der »Game of thrones«-Reihe zu bekommen, weil sie wissen wollen, wie es mit der »heißen Drachenlady« weitergeht.

Bissiger Blick auf US-Lebensstil

Regisseur Steven Soderbergh wirft aber auch einen spitzen Blick auf den America way of life. Etwa wenn Jimmy morgens total kaputt aus dem Bett aufsteht und eine ausgeleierte Boxershorts trägt, welche das Muster der US-Flagge ziert. Oder seine zierliche Tochter kein Eis mehr essen will, weil sie für einen Schönheitswettbewerb für Elfjährige hungert.

Craig beweist in diesem Film wieder einmal, dass er mehr als nur Bond kann, Tatum ist aus der Rolle des Teenie-Schwarms hinaus und in die eines soliden Schauspielers hineingewachsen. Insgesamt ein sehenswerter Film.

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