+
Aus und vorbei: Mit 28,5 Prozent der Stimmen verpasst Peter Blasini (Mitte) die Stichwahl.

Bürgermeisterwahl in Lich

Wahlempfehlung? So geht es nach der Bürgermeisterwahl in Lich weiter

  • schließen

Peter Blasini hat die Stichwahl ums Bürgermeisteramt in Lich verpasst. Nun beginnt das Werben um seine Wähler. Was sagen Blasini und die ihn unterstützenden Parteien - Freie Wähler und FDP?

Peter Blasini ist raus aus dem Kampf ums Licher Rathaus. Christian Knoll (CDU) und Julien Neubert (SPD) treten am 29. September in einer Stichwahl gegeneinander an. In den verbleibenden zwölf Tagen wird es für beide darum gehen, jene für sich zu gewinnen, die am Sonntag das Kreuz bei ihrem parteilosen Mitbewerber gemacht haben. Warum es für den nicht gereicht hat, begründet dieser mit der Diskussion um die Langsdorfer Höhe.

"Es ging die ganze Zeit nur darum, ob man für oder gegen das Logistikzentrum ist", sagt Blasini. Dinge, die für ihn als Kandidaten gesprochen hätten - als Beispiele nennt er Teamfähigkeit, Erfahrung und gute Vernetzung -, seien untergegangen, weil die Langsdorfer Höhe alles überlagert habe. Beispielhaft dafür sei sein gutes Abschneiden in Ober-Bessingen, wo das Thema Logistikzentrum nicht so polarisiere wie beispielsweise in der Kernstadt.

Blasini: "Ich halte mich raus"

Wem seine Wähler in knapp zwei Wochen ihre Stimme geben sollen? "Da halte ich mich raus. Es wäre unfair, eine Empfehlung abzugeben", sagt Blasini, der jetzt wieder mehr Zeit für seine Aufgaben als Leiter der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Familie und Freunde hat. Er selbst hätte im umgekehrten Fall auch nicht gewollt, dass dies einer seiner Mitbewerber getan hätte, sagt Blasini.

Und wie sieht es bei Freien Wählern und der FDP aus, von denen Blasini unterstützt wurde? "Es wird sich in den nächsten Tagen zeigen, ob wir uns positionieren", erklärt Josef Benner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Man wolle schauen, wie sich die politische Kultur entwickelt. Benner: "Alles ist denkbar."

Ob seine Partei im Juli auf den falschen Kandidaten gesetzt hat? Nein, sagt er. Damals habe Blasini das Logistikzentrum befürwortetet. Dass er sich vor drei Wochen für eine Bürgerbefragung ausgesprochen hat, habe ihm geschadet, meint der Freie Wähler. "Wir hatten ihm einen anderen Rat gegeben, aber jetzt werden die Karten eben neu gemischt."

Von den Freien Demokraten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls keine Wahlempfehlung, wie FDP-Fraktionschefin Andrea Kaup gestern erklärte. "Wir müssen uns erstmal darüber austauschen und zwar möglichst schnell", sagt Kaup, die wie Benner nach wie vor der Meinung ist, dass Blasini der richtige Kandidat war. Nur habe dieser mit seinen Themen eben kein Gehör gefunden, weil es nur um das Logistikzentrum gegangen sei.

Grünen beraten noch

Die Grünen hatten bereits am Wahlabend angekündigt, dass sie in den nächsten Tagen darüber beraten, ob sie ihre Haltung beibehalten. Sie hatten keinen der Kandidaten unterstützt, weil die Schnittmenge der politischen Ziel ihnen bei keinem der Kandidaten groß genug erschien.

Es bleibt spannend in Lich. Wie viele der 1701 Blasini-Unterstützer können Knoll und Neubert für sich gewinnen? Oder gehen diese Wähler vielleicht gar nicht mehr an die Urne, weil sie die Nase voll haben? Und welche Rolle wird die Entscheidung der Stadtverordneten über eine Bürgerbefragung zum geplanten Logistikzentrum kommenden Woche auf die Stichwahl haben? Das Spekulationskarussell dreht sich weiter. Fest steht angesichts der vorherrschenden Unfriedens aber schon jetzt, dass es der neue Bürgermeister nicht leicht haben wird. Ganz gleich, welcher Partei er angehört.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare