Birklar statt Ballungsraum

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Lich (kjg). Zwölf Einfamilienhäuser, 15 Reihenhäuser und drei barrierefreie und seniorengerechte Mehrfamilienhäuser sollen in Birklar entstehen. Gegen die Stimmen der Grünen fasste die Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend mehrheitlich den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Klauseäcker". Die ML-Planbau Lich will dieses allgemeine Wohngebiet und Mischgebiet erschließen und vermarkten.

Ralph Bretschneider begründete die Ablehnung der Grünen mit dem Verlust wertvollen Ackerlandes. Das Wohngebiet sei völlig überdimensioniert. "Hier wird nicht Bedarf gedeckt. Hier wird Bedarf geweckt." An dieser Flächenversiegelung verdiene nur der Investor. Grundsätzlich wollten die Grünen weg vom Investorenmodell bei der Erschließung von Bauland.

Für die CDU widersprach Markus Pompalla. Es handele sich nicht um "super Ackerland". Der Untergrund sei felsig, es gebe Probleme mit der Bebauung und dem Einbau der Infrastruktur. "Wollen wir uns weiter entwickeln oder nicht?" - Diese Frage stellte Dr. Julien Neubert (SPD) in den Raum. "Auch die Dörfer haben vom Zuzug nach Lich profitiert." Es gebe einen enormen Siedlungsdruck, einen großen Bedarf und relativ wenig innerörtliche Lücken, so Neubert. Der Bedarf sei da, urteilte auch Josef Benner von den Freien Wählern. Es sei legitim, dass die Menschen von den Ballungsräumen aufs Land ziehen, und da müsse man auch die Stadtteile einbeziehen. Man dürfe nicht alles ablehnen, äußerte Dennis Pucher von der FDP, man müsse die Bürger mitnehmen.

Dem Antrag des DBL-Stadtverordneten Andreas Müller-Ohly, ein Konzept zur "Bürgerbeteiligung in Lich" zu erstellen, stimmten alle Stadtverordneten zu. Es gehe darum, Projekte, die heute zwischen Politik und Verwaltung entschieden werden, auf eine breitere Basis zu stellen und die Bürger, die sich in und für ihre Stadt engagieren wollen, zu beteiligen und mitzunehmen, argumentierte der Antragstellende.

Es gehe um neue Beteiligungsformen, stimmte Neubert zu. Er befürwortet allerdings seinen weniger formellen Weg und will die Bürgerbeteiligung deshalb nicht in einer Satzung fassen. Davon verspreche er sich eine flexiblere und effektivere Arbeit.

Jutta Limberger von den Grünen sagte, sie habe sich über den Antrag sehr gefreut, er gehe in die richtige Richtung. Andreas Abert (CDU) hofft, dass die Beteiligung ein Weg sein kann, Lich wieder zu befrieden.

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