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Kurzweilige Abrundung des Festaktes in der Klosterruine Arnsburg durch die »Songlines«.

Betreuen und behüten

  • Nastasja Akchour-Becker
    VonNastasja Akchour-Becker
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Lich (nab). Mit einem Festakt in der Kirchenruine von Kloster Arnsburg hat die Evangelische Stiftung Arnsburg (ESTA) am Sonntag das Jubiläumsjahr zu ihrem 175-jährigen Bestehen eingeläutet. Groß war die Schar der geladen Gäste, die Stiftungsratsvorsitzende Dr. Christiane Solms begrüßen konnte. Kanzleramtschef Prof. Helge Braun war darunter genauso wie Kirchenpräsident Dr.

Volker Jung, Bundestags-Alterspräsident Hermann Otto Solms, Graf Georg zu Solms-Laubach, Landrätin Anita Schneider, Vertreter von Diakonie und Marienstiftsgemeinde und viele weitere.

Dank und Lob vom Kanzleramtschef

Mit Blick auf die vielen Jahrzehnte des Bestehens machte Kanzleramtschef Braun deutlich, man müsse dankbar sein, dass es in all dieser Zeit auch nichtstaatliche Institutionen gab, die aus den Kirchen und dem Stiftungswesen hervorgegangen sind. Diese hätten sich der wichtigen Aufgabe, Kinder und Jugendliche so zu betreuen und zu behüten, dass sie groß und stark werden, gestellt. Braun dankte allen, die für die Stiftung arbeiten und diese in finanziell und politisch schwierigen Zeiten auf den Weg gebracht haben. »Heute besteht Ihr Leitbild im Empowerment von Jugendlichen, ihnen mit Empathie die Kraft zu geben, ihr eigenes Leben zu leben und deutlich zu machen, dass jeder Mensch in unserer Gesellschaft Stärken hat, um aus diesen Stärken seine eigenen gute Zukunft zu entwickeln«, so Braun mit Blick auf die Arbeit der ESTA. Er wünscht der Einrichtung, dass sie es weiter schafft, Kinder und Jugendliche so stark zu machen, damit sie später auf der Grundlage ihrer individuellen Stärken ein selbstbestimmtes und glückliches Leben führen. »Auf dem langen Weg des Arnsburger Kinderheimes sind Zeichen und Wunder geschehen«, sagte Volker Jung. Mit Blick auf den steten Wandel von dem Bild, was gute Erziehung ausmacht, betonte er die Einrichtung habe es geschafft, auch in schwierigen Zeiten aufzubrechen.

Bürgermeister Dr. Julien Neubert wuchs selbst in der Nähe des Kinderheims auf. Er habe, wie er sagte, das Zusammenleben von so vielen Kindern an einem Ort immer als etwas Besonderes empfunden. »Das gelebte Gemeinschaftsgefühl begeisterte uns«, sagte er, »und ich denke gerne zurück an die Begegnungen aus meiner Kindheit und den vor Ort gelebten liebenswerten Umgang mit den Kindern.« Heute empfindet Neubert die Arbeit der ESTA als unschätzbar wertvoll für die Menschen der Stadt. So engagiert sich etwa Heimleiter Fabian Scharping als Vorsitzender im städtischen Bildungsbeirat.

Landrätin Anita Schneider sagte, unterschiedliche Lebenswege und bewegende Familiengeschichten und Belastungen machten Hilfe und Unterstützung weiterhin notwendig. Hier habe die ESTA ein modernes Hilfesystem aufgebaut, bei dem es wichtig ei, starke Persönlichkeiten auszubilden, damit die jungen Menschen gestärkt ihren eigenen Weg gehen.

»Vielleicht wird die Arbeit der ESTA irgendwann nicht mehr nötig sein«, hatte Dr. Christiane Solms eingangs als Zukunftsvision in den Raum gestellt. »Dann wäre die Gesellschaft so harmonisch, dass alle liebevoll zusammenleben.« Doch auch wenn dies nicht geschehen sollte, so ist die ESTA gut für die Zukunft gerüstet, konnte man aus allen Festreden heraushören.

Zur Abrundung des fast zweieinhalbstündigen Programms trugen ein Rückblick mit Historikerin Annette Neff, ein Auftritt des Jugendchores Songlines, das Geigenspiel von Robert Varady und ein amüsanter Ausblick bei. FOTO: NAB

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