"Bessinger Gurken" contra Dürre

  • Patrick Dehnhardt
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Lich(pad). Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die "Bessinger Gurken" wollten eigentlich in diesem Jahr zum "1. Bessinger Wäldchestag" ans Waldhäuschen einladen. Coronabedingt muss das Fest ausfallen. Dafür soll es 2021 die Premiere geben, kündigte Vorsitzender Alex Gottuck auf der Jahreshauptversammlung an.

Kurzfristig ist ein Arbeitseinsatz des Vereins geplant: Die Setzlinge im Bessinger Wald sollen bewässert werden. Sie drohen aufgrund der Dürre einzugehen. Ein Landwirt bringt Wasser mit einem Fass vor Ort, mit Gießkannen werden die jungen Bäume dann versorgt. Zudem richtete der Verein einen Appell an die Stadt Lich, den ausgetrockneten Brandweiher wieder mit Wasser zu füllen. Derzeit sei das Ritual der "Neubürgertaufe" nicht möglich.

Vorsitzender Gottuck berichtete, dass der Verein das Waldhäuschen von der Stadt Lich gepachtet hat. Die ehemalige Pflanzhütte war früher ein beliebter Treffpunkt. Der Betrieb war in den letzten Jahren allerdings eingeschlafen. Nachdem der Forst die Außenfassade in Stand gesetzt hatte, übernehmen die "Gurken" nun die Pflege der Außenanlagen und den Innenausbau. Das Ergebnis der Arbeiten wollen sie beim Wäldchestag 2021 präsentieren.

Die Nikolausbescherung 2019 lockte viele Besucher an. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Kinderchor. Zwischen den Jahren ging es auf Winterwanderung. Zudem waren die "Gurken" beim Faschingsnachtumzug in Ruppertsburg mit von der Partie. Nun wollen die "Gurken" eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Sandspielzeug auf dem Spielplatz spenden, zudem ein "Starter Kit" mit entsprechendem Spielzeug dazu legen.

Mitgliederzahl steigt weiter an

Der Verein will den Müll in der Gemarkung aufräumen und sich für die Anschaffung eines Basketballkorbs auf dem Parkplatz des Dorfgemeinschaftshauses einsetzen. Es wird überlegt, die Winterwanderung in den Oktober zu verlegen und als familientaugliche Nachtwanderung anzubieten.

Michael Pein berichtete, dass für den 27. Juni oder 11. Juli 2021 ein Fest geplant ist, bei dem sich die Dorfvereine an der Linde präsentieren können. Auch die "Gurken" wollen daran teilnehmen. Der Kassenbericht verzeichnete zum Jahreswechsel 81 Mitglieder, mittlerweile ist der Verein auf 86 angewiesen.

Ein weiteres Mitglied kam bei der Jahreshauptversammlung dazu: "Ich bin bereit, eine ›Gurke‹ zu werden", erklärte Bürgermeister Julian Neubert mit einem Schmunzeln. Der Mitgliedsantrag wurde sofort überreicht. Der Bürgermeister dankte in einem Grußwort für die Arbeiten rund ums Waldhäuschen und den Einsatz des Vereins für das Dorfleben: "Was sie alles für den Ort machen, ist keine Selbstverständlichkeit."

Neubert ging auch auf die allgemeine Lage der Vereine in Covid-19-Zeiten ein: "Das ist erst meine vierte oder fünfte Jahreshauptversammlung seit Corona. Die Vereine leiden, egal ob Chor oder Feuerwehr. Bei den Jugendfeuerwehren springen mittlerweile Leute ab. Die Vereine haben es schwer, die Mitglieder zu halten." Daher freue er sich, dass die "Gurken" in dieser Zeit sogar ihre Mitgliederzahl steigern konnten.

Nach sieben Jahren an der Spitze trat Alex Gottuck als Vorsitzender zurück. Michael Pein wurde zum Nachfolger gewählt. Die Wahl für den nun vakanten Beisitzerposten erfolgte wortwörtlich einstimmig: Mehrere Mitglieder schlugen in einer Art Chor gleichzeitig Alex Gottuck vor. Neue Kassenprüferin ist Nicole Pein.

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