Begegnung - Erinnerung - Mahnung

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Lich(pm). Im Rahmen der Licher "Veranstaltungsreihe zum 9. November 1938" wird Gunter Demnig, der bekannte Aktionskünstler, am Donnertsag, 19. Dezember, vor vier Häusern in der Licher Altstadt 14 Stolpersteine verlegen. Diese Steine erinnern an die jüdischen Menschen, die auch in Lich Opfer des Nationalsozialismus wurden. Die öffentliche Zeremonie beginnt um 13 Uhr vor dem Haus Oberstadt 60.

Am Vorabend (Mittwoch, 18. Dezember, 19 Uhr) findet im Kulturzentrum Bezalel Synagoge, ein "Abend der Begegnung" statt. Diese Veranstaltung wird gestaltet durch die angereisten Nachfahren der Familien sowie durch Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, die in die Spurensuche eingebunden sind, und Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine. Auch diese Veranstaltung ist öffentlich.

Die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mit der Verlegung von insgesamt 120 Stolpersteinen an die Licher Opfer und die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern, das Geschehene vor dem Vergessen zu bewahren. Schon im April fand in Langsdorf eine erste Verlegung statt - für die Familie Oppenheimer.

Diese Steine setzen Zeichen

Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben einstimmig dem Projekt zugestimmt und unterstützen es mit einer Patenschaft für drei Steine. In der Begründung heißt es: "Gerade in Zeiten, in denen die Stimme derer hörbarer wird, die sich gegen Toleranz und eine pluralistische Gesellschaft stellen, ist es umso wichtiger, Zeichen zu setzen. Stolpersteine sind solche Zeichen."

Mit der Verlegung von Erinnerungssteinen wird angeknüpft an die zahlreichen Aktivitäten, die es bereits seit Jahren in Lich gibt. 1988 hatte der Magistrat nach antisemitischen Parolen an der Kirche von Eberstadt die Dietrich-Bonhoeffer-Schule beauftragt, den Zeitraum 1933 bis 1945 in Lich zu erforschen.

Diese Arbeit führte zur Gründung der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung. Es folgten die Veranstaltungen der Reihe "9. November 1938 in Lich", die Errichtung des Mahnmals an der evangelischen Kirche, die Renovierung und Zugänglichmachung der Synagoge als Kulturzentrum und wiederholte Erinnerungsgänge zu den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer und zum jüdischen Friedhof am Hardtberg.

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