15 Jahrzehnte, 15 Säulen-Hainbuchen: Der Licher Ortseingang wird in Zukunft Allee-Charakter haben: Walter Reber und seine Frau Christina Reber Volz haben anlässlich des 150-jährigen Bestehens ihres Betriebes den Grünstreifen entlang der Lärmschutzwand am Ortseingang unter ihre Fittiche genommen. FOTO: US
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15 Jahrzehnte, 15 Säulen-Hainbuchen: Der Licher Ortseingang wird in Zukunft Allee-Charakter haben: Walter Reber und seine Frau Christina Reber Volz haben anlässlich des 150-jährigen Bestehens ihres Betriebes den Grünstreifen entlang der Lärmschutzwand am Ortseingang unter ihre Fittiche genommen. FOTO: US

Ein Baum für jedes Jahrzehnt

  • vonChristina Jung
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Sie sind noch jung und gerade drei Meter hoch. Und derzeit wirken die hölzernen Dreiböcke darum massiver als die Pflanzen selbst. Doch das wird sich ändern. Denn in den nächsten 20 Jahren sollen die Säulen-Hainbuchen, die in der vergangenen Woche entlang der Lärmschutzwand in der Gießener Straße in Lich gesetzt wurden, wachsen. Ebenso wie 150 Rosenstöcke, die Anfang 2021 dazukommen.

Die Idee zur Begrünung mit Allee-Charakter hatten Walter Reber und seine Frau Christina Reber-Volz. Sie haben die Pflege der Fläche entlang des Neubaugebietes übernommen. "Wir wollten der Stadt etwas zurückgeben, sie ein bisschen grüner machen", sagt Walter Reber auf GAZ-Anfrage zu ihrer Motivation.

Mit Blick aufs Klima

In der sechsten Generation ist der Betrieb, den er und seine Frau 2008 von den Schwiegereltern übernommen hatten, in Lich ansässig. 2021 werden es 150 Jahre. "Jede Hainbuche steht für ein Jahrzehnt", erklärt Reber. "Jeder Rosenstock für ein Jahr." 1871 hatte der fürstliche Hofgärtner Karl Volz an der Gießener Straße eine Samenhandlung gegründet, das erste Haus außerhalb der Stadtmauern.

Dem damaligen Standort, einen Steinwurf vom Stadtturm entfernt, blieb die Firma Volz bis vor wenigen Jahren treu. Doch weil sich Bedürfnisse änderten und neben der Floristik der Garten- und Landschaftsbau sowie die Friedhofsgärtnerei ausgebaut wurden und damit auch die Zahl der Mitarbeiter wuchs - Reber: "Heute sind wir 31 Leute" - baute die Familie 2017 am Stadtrand neu. Auch auf diesem Grundstück hat Walter Reber entlang der Gießener Straße vier Hainbuchen analog der auf der gegenüberliegenden Seite gepflanzt.

Konkret handelt es sich um die Sorte Frans Fontaine. Während ihr Wuchs in der Jugendphase aufrecht strebend, aber locker von der Verzweigung ist, bildet sie im Alter sehr dichte schmale bis eirunde Kronen aus, so der Fachmann. Im Herbst färbt sich das Laub gelb. Sie erreicht eine Höhe von acht bis zehn Metern und einen Durchmesser von drei Metern. Laut Reber eignet sie sich gut zur Begrünung von kleineren Straßen, Innenhöfen, Parkplätzen sowie auf allen anderen Standorten, auf denen ohne Schnitt ein schmalkroniger Baum wachsen soll. Darüber hinaus sei die Hainbuche ein so genannter Klimabaum. Reber: "Sie ist eine sehr anpassungsfähige und klimatolerante Baumart, die mit längeren Trockenphasen und Hitze gut zurecht kommt sagt der Experte.

"Eine tolle Sache" nennt Bürgermeister Dr. Julien Neubert die neue Begrünung. Er habe bereits im Frühjahr ein Gespräch mit Walter Reber geführt, bei dem es um die Verschönerung einiger Stellen in der Stadt ging, sagt er im GAZ-Gespräch. "Eine Idee kann man nun betrachten."

Was mögliche Aktionen und Feierlichkeiten zum Firmenjubiläum im kommenden Jahr betrifft, ist angesichts der aktuellen pandemischen Lage alles offen, erläutert Reber. "Wir würden gerne die Geschichte des Betriebes stärker in den Fokus rücken, denn viele wissen gar nicht mehr, dass es uns schon in der sechsten Generation gibt", so der Unternehmer. Doch was wann und wie möglich sein wird, das bleibt abzuwarten. ti

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