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Noch wird diese Fläche landwirtschaftlich genutzt, aber in naher Zukunft soll hier ein Wohngebiet entstehen.

Baugebiet für Birklar

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Lich (ti). Lich ist seit Jahren ein beliebter Wohnstandort, der Boom, in der Kommune an der Wetter bauen zu wollen, ungebrochen. Auch in den Stadtteilen. Nach Langsdorf, Eberstadt und Muschenheim steht jetzt ein weiteres Dorf im Fokus von Investoren: Birk-lar. Auf einem rund 1,8 Hektar großen Gelände hinter dem Friedhof, das derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, sollen auf rund 25 Bauplätzen Reihen-, Mehr- und Einfamilienhäuser sowie Doppelhaushälften entstehen. Der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr empfahl am Dienstagabend die Aufstellung eines Bebauungsplanes - bei sieben Ja-Stimmen, einer Gegenstimme (Grüne) und einer Enthaltung (CDU).

Projektierer ist die ML Planbau Immobilien GbR, namentlich Uwe Mönke und Andreas Lewandowski, beide früher selbst in der Licher Kommunalpolitik aktiv. Sie möchten auf dem Areal ein Quartier entwickeln, das für alle Bevölkerungsgruppen Wohnraum bietet. Geplant ist, dass im Osten, entlang der bestehenden Bebauung des befestigten Weges bis zu vier Mehrfamilienhäuser mit zwei Stockwerken, gegebenenfalls auch mit Staffelgeschoss entstehen - für seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen, wie Lewandowski erklärte. Anfragen aus dem Ort gebe es bereits. Die genaue Gebäudeanzahl steht noch nicht fest, da es noch Beratungsbedarf gibt. Nach Westen hin, gewissermaßen in der Mitte des Plangebietes, sind je vier Reihenhäuser und dazwischen ein Einfamilien oder Doppelhaus vorgesehen - bezahlbarer Wohnraum für junge Familien. Im Westen und Norden, von den übrigen Gebäuden durch die Erschließungsstraße getrennt, wird Platz für weitere Einfamilien- und Doppelhäuser sein. In der im südöstlichen Bereich bestehenden Maschinenhalle sollen zwecks Nahversorgung Bäcker, Metzger oder Dorfladen untergebracht werden. Auch an öffentliche Parkplätze wurden seitens der Investoren gedacht, insgesamt 18 Stellflächen sind vorgesehen.

Grüne wollen kein Ackerland opfern

Unklar ist derzeit noch, ob der im Norden direkt an das Baugebiet angrenzende Bauernhof Bestandsschutz hat oder nicht. Wenn ja, müsste - je nach Art des landwirtschaftlichen Betriebes - ein größerer Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werden. Doch davon geht der von Mönke und Lewandowski beauftragte Planer Uwe Hock nicht aus. "Ich habe das geprüft. Wir rücken nicht an einen landwirtschaftlichen Betrieb heran, weil dieser baurechtlich nicht mehr existiert", so Hock.

Der Eigentümer des besagten Bauernhofes sieht das anders. "Wir haben unsere Landwirtschaft zurzeit aus der Produktion genommen, können sie aber jeder Zeit wieder aufleben lassen", erklärte er während einer Sitzungunterbrechung. Und das sei auch geplant. Wie es sich tatsächlich verhält, wird das weitere Verfahren zeigen.

Rainer Weber (CDU) merkte an, dass mit dem Baugebiet eine sehr starke Verdichtung einhergehe, was nicht dem bisherigen Weg in Lich entspreche. Bürgermeister Bernd Klein wies darauf hin, dass das Konzept im Magistrat bisher noch nicht beraten worden sei und es sich lediglich um die Vorstellungen des Investors handele. Klein: "Es gibt noch einige Dinge zu klären. Am Ende kommen wir vielleicht zu einem ganz anderen Ergebnis." Grundsätzlich sei der Magistrat aber für eine Entwicklung, ebenso der Ortsbeirat.

Auch die Mehrheit der Mandatsträger sieht das offenbar so. Dennis Pucher (FDP) nannte das Vorhaben ein "wunderbares Projekt". Es sei ein gutes Zeichen dafür, "dass wir auch die Stadtteile mitnehmen". Die einzige Gegenstimme kam von den Grünen. "Wir sehen nicht die Notwendigkeit für ein Baugebiet in dieser Größe und an dieser Stelle", begründete Ralph Bretschneider die Ablehnung seiner Fraktion. Hier werde "wertvollstes Ackerland geopfert".

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