Neben der Kreisstraße soll das Neubaugebiet entstehen.
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Neben der Kreisstraße soll das Neubaugebiet entstehen.

Baugebiet bekommt keine eigene Zufahrt

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
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Ein Neubaugebiet, das an der Kreisstraße liegt, aber nicht direkt an sie angeschlossen werden kann - dies war eines der Themen beim ersten Bürgergespräch in Muschenheim. Mit diesem neuen Format wollen Bürgermeister Dr. Julien Neubert und die jeweiligen Ortsbeiräte künftig in allen Licher Stadtteilen in den Dialog mit den Einwohnern treten. Das am besten nicht wie diesmal in der Sport- und Kulturhalle den Bedingungen des Infektionsschutzes entsprechend in Form eines Podiums, sondern "in einer lockeren ungezwungener Atmosphäre, wie beispielsweise einem Biergarten", erläuterte Neubert das Konzept.

In Muschenheim ging es am Freitagabend um das geplante Neubaugebiet "Im Kirchboden II". Im Süden des bestehenden Neubaugebiets "Im Kirchboden" erstreckt sich das neue Bauland auf rund 19 000 Quadratmetern bis hin zur Kreisstraße in Richtung Birklar.

"Unser Wunsch ist es im Herbst 2021 mit der Erschließung zu starten, sodass im Spätsommer 2022 mit dem Hausbau begonnen werden kann", sagte Christian Maruschka, zuständig für die Vermarktung. Die Nachfrage sei groß, schon über 20 Reservierungen bestünden für die Bauplätze.

Davon sind insgesamt 34 vorgesehen, führte Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer aus. Als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen, ist der Bau von Einzel- und Doppelhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten pro Gebäude erlaubt, wobei sich die Grundstücksgrößen auf 400 bis 800 Quadratmeter belaufen. Zwar liegt das Neubaugebiet direkt an der Kreisstraße, doch lasse nach Aussage Neuberts die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil nicht zu, dass eine direkte Anbindung an diese erfolgt.

Verkehrsprobleme in Ortsdurchfahrt

Ob wenigstens ein Fußweg zum Klausenberg angelegt werden kann, soll in den weiteren Planungen geprüft werden. Sonst bleibt auch für Fußgänger der Klosterweg die einzige Anbindung an das Neubaugebiet. Dessen Anwohner und weitere Bürger sorgen sich um das erhöhte Verkehrsaufkommen.

Dass es generell um die Verkehrssituation nicht gut bestellt ist, war weiteres Thema des Bürgergesprächs. Drei Kreisstraßen gehen durch den alten Ortskern, die Straßen Hessengasse und Brückgasse sind schmal und teils zugeparkt, sodass es imm wieder zu Problemen und Konflikten im Straßenverkehr kommt. Landwirtschaftliche Geräte treffen dort auf Busse, Lieferverkehr, Wanderer und Radwegnetze.

Hinzu kommen schmale und holprige, kaum mit Rollator oder Kinderwagen befahrbare Gehwege, berichtet Ortsvorsteher Josef Benner. Auf über 40 Seiten habe der Ortsbeirat im April Argumente für ein Tempolimit und die Umgestaltung zusammengetragen. Es gibt einen kleinen Teilerfolg: Auf einer kleinen Strecke in der Hessengasse wurde die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Allerdings habe eine Verkehrsschau wenig Hoffnung gemacht, dass noch mehr passieren wird.

Um nochmal eine neue Grundlage der Argumentation zu haben, hat die Stadt Lich vom 29. Juli bis zum 12. August eine verdeckte Verkehrsmessung in der Brückgasse vorgenommen. Das Ergebnis: 72 000 Fahrzeugbewegungen gab es in diesem Zeitraum. Diese Ergebnisse werden nun an Hessen Mobil und den Landkreis Gießen weitergeleitet, kündigte Neubert an. Unterdessen hat die Stadt Lich ein weiteres mobiles Blitzgerät angeschafft. Damit soll die Einhaltung geltender Tempolimits kontrolliert werden. nab/FOTO: NAB

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