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"Courage und Rebellion": Bodo Klös (l.) und Günther Hermann vor Klös’ neuer Bilderserie.

Ausstellung

Ausstellung mit alten Bekannten und neuen Motiven

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In einer Doppelausstellung zeigen Bodo W. Klös und Günther Hermann ihre Werke in Kloster Arnsburg. Darunter sind wieder die Porträts von einigen Musikern.

Nicht immer sind so viele Besucher vor Ort, wenn im Dormitorium des Klosters Arnsburg eine Ausstellung eröffnet wird. Doch diesmal konnte man sich schon im Vorfeld gewiss sein, dass es besonders wird - und ein wenig familiär. Denn seit fast 40 Jahren kennen sich Bodo W. Klös und Günther Hermann, beide Schüler des Grafikers Gerhard Sturm, gehörten 1984 zu den Gründungsmitgliedern der früheren Produzentengalerie 42 in Gießen. Die Kombination Klös/Hermann hat eine gewisse Tradition. Zusammen haben sie schon viele Ausstellungen gestaltet. Die in Nieder-Bessingen ansässige Edition Noir, die beide Künstler vertritt, feiert zudem 2019 das 25-jährige Bestehen.

Rund 100 Radierungen und Zeichnungen von Bodo W. Klös (Nieder-Bessingen) sind in der aktuellen Schau zu sehen. Bekannte Arbeiten sind dabei, etwa die Raben oder die Radierungen der Kalenderreihe "Jahresblätter" und die Farbradierungen auf zwei Platten unter dem Titel "Musiker". Einer dieser Musiker, die die populäre Musik entscheidend mitgeprägt haben, ist Jim Morrison. "Blätter zu Tom Waits und Neil Young erscheinen im Oktober", kündigt Klös an.

Motive aus dem "Koffer im Kopf"

Zu den neuen Arbeiten in der Ausstellung zählt vor allem die angefangene Porträtreihe "Courage und Rebellion". Unter diesem Titel hält Klös mit Tusche, Kreide und Gouachen Figuren aus der Geschichte fest, die ihn beeinflusst haben, die er nicht missen möchte und die ihm in Zeiten von WhatsApp, Fake News und Smartphone nach eigenen Angaben oft den Weg weisen. Weitere Blätter sind in Arbeit, aber schon jetzt kann man sich beispielsweise an Rosa Luxemburg, Jeanne d’Arc und Georg Büchner erfreuen.

Von einer moralischen Botschaft in den Klös’schen Werken sprach Dr. Friedhelm Härig in seiner Laudatio - von Idolen, vom Begreifen wollen und auf dem Weg sein. "Was Bodo W. Klös’ Kunst sympathisch macht, ist, dass sie nicht distanziert oder ironisch ist, sondern dass man vielmehr eine liebevolle Anteilnahme spürt", folgerte der Kunsthistoriker und ehemalige Leiter des Oberhessischen Museums in Gießen.

"Gut ein Drittel der Werke sind neu", verrät Klös. Auch bei seiner mittlerweile sechsten Ausstellung in Arnsburg sind wieder Porträts zu finden, von denen man denkt, dass man sie schon gesehen hat. Klös spricht von einer "immerwährenden Serie", dass er die Gesichter ohne Vorlage aus seinem "Koffer im Kopf" male.

Von einer einzigartigen Brillanz in der Radierung schwärmt Härig, wenn er über Günther Hermann (Fronhausen) spricht. Wenn man an dessen Bildern vorbeigehe, sehe man wunderbare Meeresstücke. Radierungen, die Folge eines passgenauen Druckverfahren sind. Für Härig "ein Wunder" und "eine Feier dessen, was wir sehen können". Sah man im April schon eine Auswahl von Hermanns Werke in der Edition Noir in Nieder-Bessingen, kann man nun ein größeres Repertoire bestaunen: Neben den gewaltigen Wellen- und Meeresmotiven im Großformat, rückt Hermann auch mit kleineren Farbradierungen wie etwa die Aquatinta-Radierung "Grobbach, Schluchttal Geroldsau" seine Kunst in den Fokus. Die Schönheit der Natur tritt in Hermanns 50 Arbeiten zu Tage. "Alles, was man in den Bildern sieht, hat er abgereist, da ist er hingefahren", versichert Härig. Nun ziehen Seerosen-Werke und Kloster Arnsburg die Blicke auf sich.

Die Ausstellung ist bis 11. August zu sehen (montags bis freitags 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 18 Uhr).

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