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Dr. Thilo Schwandner Ärztlicher Direktor Asklepios-Klinik Lich

"Das Ausmaß ist momentan nicht vorhersehbar"

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Lich(ti). Das Coronavirus ist mittlerweile auch in Oberhessen angekommen. Am Samstag wurden die ersten beiden Fälle in Gießen bekannt. Ist das einzige Krankenhaus im Landkreis, die Asklepios-Klinik in Lich, vorbereitet? Nachgefragt beim Ärztlichen Direktor, Dr. Thilo Schwandner.

Herr Schwandner, wie bereitet sich das Krankenhaus auf die Epidemie vor?

Die Asklepios-Klinik ist für alle möglichen Szenarien adäquat vorbereitet.

Was heißt das konkret?

Wir haben schon vergangene Woche einen Krisenstab gegründet und Sofortmaßnahmen getroffen. Es wurde ein Isolierbereich mit fünf Betten bereitgestellt und darüber hinaus für diese Patientengruppe ein Bett auf der Intensivstation reserviert. Diese Isoliereinheit kann autark geführt werden. Alle Mitarbeiter sind über das Vorgehen informiert. Eine entsprechende Wegeführung für Patienten wurde etabliert.

Gibt es spezielle Schulungen für das Personal?

Alle Mitarbeiter sind geschult. Dazu zählen nicht nur die Ärzte, sondern auch das Pflegepersonal inklusive der Reinigungskräfte. Darüber hinaus wurden spezielle, hygienische Maßnahmen abgeleitet und sämtliche Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes umgesetzt.

Wie schätzen Sie die Situation allgemein ein?

Generell kann man sagen, dass Deutschland mit seinem etablierten Gesundheitssystem gut vorbereitet ist. Die Asklepios-Klinik steht mit dem Gesundheitsamt täglich in Verbindung, Informationen werden regelmäßig ausgetauscht. Wir beobachten täglich die Situation, empfehlen den sorgsamen Umgang, warnen jedoch vor Panik.

Wo sehen Sie die größten Gefahren?

Die größte Gefahr ist unseres Erachtens die Unachtsamkeit und darüber hinaus de r sorglose Umgang mit der Thematik. Welches medizinische Ausmaß Deutschland treffen wird, ist momentan nicht vorhersehbar.

Wann erwarten Sie den Höhepunkt der Epidemie?

Der Höhepunkt der Epidemie wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen auf uns zukommen. Eine aktuelle Prognose ist schwer vorherzusagen. Generell kann man jedoch konstatieren, dass wir in Deutschland gut vorbereitet sind. FOTO: PM

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