ik_Mauergraben_120821_4c
+
Einst zum Schutz vor Angreifern errichtet, heute ein Exkursionsziel: Wall entlang der Mauer zum Kloster Arnsburg.

Ausflug in die Arnsburger Klostergeschichte

  • VonRedaktion
    schließen

Lich (pm/ik). Intensiv eingetaucht in die Arnsburger Klostergeschichte ist Manfred Kuras. Dem Studiendirektor a. D. aus Herborn, der in Arnsburg aufgewachsen ist, bot sich »dank« pandemiebedingter Einschränkungen genügend Spielraum für ein Literaturstudium - der Schwerpunkt: Klosterschutz im 13. und 14. Jahrhundert durch Landwehren.

Wälle und Gräben

Inzwischen gibt es wieder öffentliche Führungen in dem Licher Stadtteil. So wird Kuras seine jüngsten Erkenntnisse in einer Tour durch die Klosteranlagen am kommenden Sonntag, 15. August, persönlich vorstellen. Interessenten finden sich um 15 Uhr am Drehkreuz ein. Die Gründungsgeschichte des Zisterzienserklosters Arnsburg durch Kuno von Münzenberg, dessen elterliche Stammburg der Herren von Hagen und von Arnsburg auf dem Hainfeld nahe dem Kloster durch Ausgrabungen nachgewiesen wurde, ist vielen Besuchern längst bekannt. Von der feierlichen Stiftung auf Burg Münzenberg am 16. Juli 1174 berichtet eine Urkunde des Mutterklosters Eberbach im Rheingau. Machtpolitisch verstärkte das Kloster mit seinem Streubesitz zwischen den Königstädten Frankfurt, Gelnhausen, Friedberg und Wetzlar den Einfluss des Erzbistums Mainz als verlängerter Arm Roms, das sich als Ordnungsmacht verstand.

»Für Mainz war Kloster Arnsburg ein strategisches Kirchenland, das es zu schützen galt«, erläutert Kuras in einer Pressemitteilung. Es machte Sinn, zum Schutz vor Plünderungen Wälle, Gräben und Türme als Landwehren nach dem Vorbild des römischen Limes zur Sicherung der Klosterbauten anzulegen: Seine Tour führt zu den noch heute sichtbaren Anlagen »Alter Turm« mit »Wallgraben«, die sich auf dieser Grundlage in die Mitte des 13. Jahrhunderts datieren lassen.

Auch der Warentransport auf der alten Steinstraße zwischen Lich und Arnsburg wurde durch diese Landwehrmaßnahmen gesichert. Der Konflikt zwischen den Herren von Hanau und den Falkensteinern führte zum sog. »Reichskrieg« und zur Zerstörung der Burg Warnsberg (1365) bei Lich, die einst vom Bruder Kunos von Münzenberg, Eberhard Waro von Hagen-Arnsburg, zur Sicherung eines nahen Wetterüberganges erbaut wurde. »Diese Beispiele belegen die Notwendigkeit eines unabhängigen Vogteischutzes für das Kloster«, so Kuras. Bis zu seiner Auflösung 1803 musste das Kloster noch viele Kriegswirren bestehen. Die noch vorhandenen Barockbauten zeugen von einer zweiten Blütezeit nach dem Dreißigjährigen Krieg im 18. Jahrhundert.

Drei weitere Touren

Klosterschutz bedeutet heute Denkmalschutz, dem sich der Freundeskreis Kloster Arnsburg verpflichtet fühlt. So bietet Siegfried Schäfer an mehreren Sonntagen jeweils um 15 Uhr eine öffentliche Führung an: Interessierte können sich den 29. August, 19. September und 17. Oktober vormerken. Die Teilnahme an der Führung kostet 5 Euro. Treffpunkt am Drehkreuz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare