ik_DBS_Lich_100621_4c
+
Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule fordert vom Landkreis eine Lösung ihres Raumproblems.

Aufnahmekapazitäten erschöpft

  • vonRedaktion
    schließen

Lich (pm). Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule meldet erneut hohe Anmeldezahlen für die kommende Jahrgangsstufe 5. Nach 140 Neuanmeldungen seien die Aufnahmekapazitäten nun erschöpft, die Raumnot an der Schule verschärfe sich, teilte Schulleiter Peter Blasini mit.

»Mehr als erfreut sind wir über die gute Resonanz und die wiederholt hohen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr«, so der Schulleiter. Er bedauere, dass aufgrund der Vorgabe des Schulträgers Landkreis Gießen nur fünf Eingangsklassen gebildet werden dürfen. Deshalb habe die Schule wiederum Kinder ablehnen müssen. »Seit Jahren besteht eine immense Raumnot in Form fehlender Klassenräume, für welche bis dato keine Abhilfe geschaffen wurde«, kritisiert Blasini den Landkreis.

Seit vielen Jahren trete die DBS - wie auch alle anderen weiterführenden Schulen - ab November mit einem »Tag der offenen Tür«, mit einer Informationsveranstaltung sowie Flyern an die Eltern der Schüler der umliegenden Grundschulen heran. »Müssen wir uns hierfür und für unsere gute pädagogische Arbeit vor Ort, die durch die hohen Anmeldezahlen honoriert wird, rechtfertigen? Wir als Schule tragen also Schuld daran, dass möglichst vielen Kindern aus Lich und Umgebung die Möglichkeit geboten wird, eine wohnortnahe Kooperative Gesamtschule zu besuchen«, sagt der Personalratsvorsitzende Thiemo Urban in Richtung Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl.

Schülerinnen und Schüler der Licher Grundschulen haben erste Priorität, aufgenommen zu werden. Seit Jahren aber gehören auch Kinder aus den Grundschulen Steinbach, Garbenteich und Holzheim zur Licher Schulgemeinde. »Die stets gleiche Aussage von Frau Schmahl zu den Raumkapazitäten der DBS, dass sie die Gewähr dafür gäbe, dass alle Schüler aus den Licher Grundschulen einen Platz an der DBS bekommen, ist seit langem nicht mehr haltbar«, erklärt der stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Alexander Schlamp.

Aktuell besuchen rund 250 Schülerinnen und Schüler aus Pohlheim und Fernwald die Schule in Lich. Der Grundgedanke vor rund zehn Jahren war, dass Kinder aus den genannten Grundschulen möglichst nicht an Gießener Schulen wechseln sollten (Stichwort: Gastschulbeiträge). Daher richtete der Landkreis einen Schulbus für diese Gemeinden ein, der die DBS seitdem bedient.

32 Räume für 35 Klassen

Kinder und Eltern sollten eine Auswahlmöglichkeit zwischen einer kooperativen oder einer integrierten Gesamtschule haben - also DBS, Adolf-Reichwein-Schule in Pohlheim beziehungsweise die Gesamtschule Busecker Tal als die nächstgelegenen Einrichtungen.

»Bereits vor zehn Jahren wiesen wir den Landkreis auf die fehlenden Raumkapazitäten hin, der durch die Aufgabe des zweiten Standortes Jahnstraße entstand«, schreibt Blasini. 23 Klassenräume standen der DBS zur Verfügung, Im Jahr 2015 wurde ein »Mobilschoolgebäude« mit acht Klassenräumen errichtet. »Auch damals monierten wir bereits, dass dies für den Bedarf an Klassenräumen nicht ausreichen würde.«

Der Vorschlag der Schule vor drei Jahren, eine nicht mehr benötigte Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, um die Raumnot zu lindern, sei mit der Begründung zu hoher Kosten negativ beschieden worden. »Mittlerweile wurden über zehn dieser Unterkünfte für Schulen umgebaut und als Klassenräume oder als Räume für die Ganztagsbetreuung genutzt«, so der Schulleiter.

Aktuell verfüge die DBS über 32 Klassenräume sowie drei Differenzierungsräume bei 35 bestehenden Klassen. Die Raumnot werde sich noch verschärfen, sagt der Schulleiter, da weiter Schüler aus Fernwälder und Pohlheimer Grundschulen »sowie ein hoher prozentualer Anteil von Kindern der Licher Grundschulen« an die DBS wechseln werden.

Die Aussagen der Schuldezernentin in Bezug auf die Übergangsquoten, dass er mit falschen Zahlen operiere, würden nicht den Tatsachen entsprechen, so Blasini. Korrekt sei, »dass in den letzten drei Jahren im Schnitt zirka 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus der Erich-Kästner-Schule sowie zirka 75 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Langsdorf an die DBS wechselten«.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare