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Ehrung langjähriger Kommunalpolitiker und der Literaturpreisträgerin Sarah Emamzahi.

Applaus für die neue Ehrenstadträtin

  • Ursula Sommerlad
    VonUrsula Sommerlad
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Lich (us). Bis kurz vor Mitternacht mussten die Licher Stadtverordneten am Mittwochabend in Muschenheim ausharren. Für einige ihrer Vorgänger verlief der Abend deutlich angenehmer. Sie wurden gleich zu Beginn der Sitzung für langjähriges Engagement ausgezeichnet und dürfen sich nun Ehrenortsbeiratsmitglied, Stadtältester oder Ehrenstadträtin nennen.

Stadtverordnetenvorsteher Michael Pieck klang bei der Zeremonie fast ein wenig wehmütig: »Mit einigen von Ihnen habe ich 25 Jahre lang Kommunalpolitik gemacht.«

Dazu gehörte die einzige Frau in der Runde, deren Ernennung zur Ehrenstadträtin mit langem Applaus gefeiert wurde. Barbara Kröger gehörte von 1989 bis 1991 der Licher Stadtverordnetenversammlung an, von 1997 bis 2021 war sie Mitglied des Magistrats. Von 2004 bis 2011 und von 2016 bis 2021 war sie als Erste Stadträtin die Stellvertreterin der Bürgermeister Ludwig Seiboldt, Bernd Klein und zuletzt Dr. Julien Neubert, der ihr souveränes Auftreten würdigte und ihre große Leistung, als sie zwei Jahre lang für den erkrankten Ludwig Seiboldt die Amtsgeschäfte ehrenamtlich führte. Auch ihm sei Kröger im ersten Amtsjahr eine große Stütze gewesen. »Du fehlst mir«, sagte Neubert, der auch die anderen ausgeschiedenen Kommunalpolitiker mit persönlichen Worten würdigte.

Auf 48-jähriges Engagement blickt Günter Block aus Langsdorf zurück. Er saß von 1972 bis 1976 im Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Langsdorf und danach bis 2014 im Ortsbeirat Langsdorf, dem er von 1985 bis 2014 als Ortsvorsteher vorstand. Zudem leitete er von 2006 bis 2016 als Stadtverordnetenvorsteher die Licher Parlamentssitzungen, von 2016 bis 2021 saß er im Magistrat und ebenso lange in der Betriebskommission der Stadtwerke. Jetzt ist er Ehrenortsbeiratsmitglied. Diesen Titel trägt jetzt auch Willi Link aus Birklar. Er gehörte seit 1981 40 Jahre lang dem Ortsbeirat Birklar an; zwölf Jahre, bis 1993, war er Ortsvorsteher. Zudem saß er 1990 in der Licher Stadtverordnetenversammlung.

Neue Ehrenortsbeiratsmitglieder sind auch Heinz Wenzel, der von 1993 bis 2021 im Ortsbeirat von Ober-Bessingen saß, und Karl-Heinz Klös aus Nieder-Bessingen. Sein Engagement währte von 1989 bis 2012 und noch einmal von 2016 bis 2021. Zudem übte er insgesamt 24 Jahre lang das Amt des Ortsvorstehers aus. Als Stadtverordneter von 2001 bis 2021 fiel er durch seine besonders akribische Beschäftigung mit den Haushaltsplänen auf.

Als Stadtälteste wurden Klaus K. Schneider aus Eberstadt und Rainer Weber als Lich ausgezeichnet. Schneider war von 1985 bis 2008 Stadtverordneter und anschließend bis 2021 Stadtrat. Zudem gehörte er zwei Jahre lang dem Ortsbeirat Eberstadt an. Rainer Weber saß von 1993 bis 2021 im Stadtparlaments und war von 1997 bis 2005 Mitglied der Betriebskommission.

Glückwunsch zum Literaturpreis

Glückwünsche nahm zudem Sarah Emamzahi entgegen. Die 19-Jährige, die 2016 mit ihrer Familie aus Afghanistan geflüchtet ist, hat in Lich ein neues Zuhause gefunden und macht eine Ausbildung zur Pflegefachkraft. Mit ihrer Kurzgeschichte »Wie viele Tode kann ein Mensch überleben« wurde sie kürzlich beim Jugendliteraturpreis der OVAG mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. »Sie und Ihre Familie können stolz auf sich und wir alle können stolz auf Sie sein«, sagte der Bürgermeister.

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