Die Tafelhelfer mit Barbara Alt (l.) und Holger Claes. FOTO: KJG
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Die Tafelhelfer mit Barbara Alt (l.) und Holger Claes. FOTO: KJG

Anteil der Rentner ist hoch

  • vonKarl-Josef Graf
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Lich(kjg). Seit zehn Jahren ist die Ausgabestelle der Hungener Tafel im Pfarrzentrum der katholischen Pfarrgemeinde St. Paulus und St. Andreas in der Licher Ringstraße in Betrieb. Am Donnerstag feierten die Gründungsmitglieder Brigitte Block und Silvia Burghardt, Maria Seibert und Andrea Schwade von der katholischen Pfarrgemeinde sowie Dekanin Barbara Alt von der evangelischen Kirchengemeinde Hungen und Holger Claes, Diakonie Gießen, das Jubiläum.

In der Licher Ausgabestelle betreuen zehn Helfer im Wechsel etwa 40 Abholer. Hinter dieser Zahl stehen 144 Personen, davon 58 Kinder unter 16 Jahren. Kunden sind Spätaussiedler, Osteuropäer und Flüchtlinge. "Der Anteil der Rentner ist hoch", sagte Alt.

Die Trägerschaft ist zum Jahreswechsel von der evangelischen Kirchengemeinde Hungen zum Diakonischen Werk übergegangen. Dekanin Alt wird noch bis zum Jahresende die Hungener Tafel und die Ausgabe in Lich leiten.

Helfer gesucht

Die Ausgabestelle in Lich konnte vor zehn Jahren eingerichtet werden, da der damalige Pfarrer Ulrich Neff die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.

Das Prinzip der Tafel sei es, Lebensmittel, die zuviel produziert worden seien, zu retten und vor der Vernichtung zu bewahren, sowie Menschen zu unterstützen, denen es nicht so gut geht, machte Holger Claes deutlich. "Wir bringen Lebensmittel dorthin, wo sie hin gehören." Auf die Frage, wann denn die Tafeln überflüssig werden, antwortete Claes: "Unter zwei Bedingungen. Die Regelsätze (Arbeitslosengeld, Sozialgeld etc.) müssten so angepasst werden, dass die Menschen davon leben können. Die Bildungspolitik, die versäumt hat, den Menschen zu sagen, wie sie sich selbst versorgen können, müsste diesen Fehler korrigieren." Wenn die Menschen, statt zu kochen, von Pizza, Burgern und Tiefkühlkost leben, dann sei das nicht nur ungesund, sondern auch zu teuer. "Leider können heute viele nicht mehr kochen", kritisierte Claes.

Für die Tafeln gibt es Regeln. Für den Einkauf im Tafelladen ist eine Berechtigungskarte erforderlich. Diese bekommen Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld und Menschen mit einer kleinen Rente oder geringem Einkommen. Die Lebensmittel werden je Familie entsprechend der Personenzahl in Körben zusammengepackt.

Die Mitarbeiter der Tafeln arbeiten ehrenamtlich und geben im Wechsel ein- bis zweimal im Monat Lebensmittel aus. Für diese Arbeit, für die Fahrdienste und das Sortieren werden weiter Helfer gesucht.

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