Queen-Sänger Freddy Mercury verdankt Andreas Czerney seinen Spitznamen. FOTO: PM
+
Queen-Sänger Freddy Mercury verdankt Andreas Czerney seinen Spitznamen. FOTO: PM

Auf Andy folgt "Freddy"

  • vonred Redaktion
    schließen

Lich(pm). "Wie sollen wir dich eigentlich nennen?" Das war eine der ersten Fragen an den neuen Dirigenten des Blasorchesters Eberstadt. Andreas Czerney hat jetzt vor dem zweiten Lockdown die erste Orchesterprobe geleitet. Die unbedarfte Frage führte zu einer durchaus musikalischen Antwort.

"Dein Vorgänger heißt Andreas, du auch. Bist du auch ein Andi?", wurde der Dirigent gefragt. Seine Erwiderung überraschte: "Nur meine Familie nennt mich bei meinem richtigen Namen. Nennt mich Freddy", antwortete Czerney. Die Erklärung folgte prompt: Nach einem Konzert vor Jahren hatte der Dirigent die Musik von Queen interpretiert. In Erinnerung an den Sänger der britischen Rockband wird er seitdem "Freddy" genannt. Und so wurde passend dazu in der ersten Orchesterprobe unter seiner Leitung das Medley "Queen - Greatest Hits" aufgelegt. Die Probe hatte der Vorstand vorsorglich auf den frühen Sonntagnachmittag gelegt, und sie fand draußen vor der Mehrzweckhalle statt.

100-Jähriges im Blick

"Ich bin sehr motiviert, mit diesem Orchester zu arbeiten und es weiterzuentwickeln", sagt Czerney. Derzeit sichtet er das umfangreiche Notenmaterial, um Stücke auszuwählen, die aufgefrischt oder neu erarbeitet werden sollen. Auch neue Titel sollen dazukommen. In den kommenden Wochen können keine Orchesterproben stattfinden, Czerney will die Zeit nutzen, ein Programm und Probenpläne zusammenzustellen.

Auf das Blasorchester Eberstadt war Czerney im vergangenen Jahr aufmerksam geworden, als er vertretungsweise eine Probe des Chors "Liederkranz" leitete. Nebenan in der Mehrzweckhalle übte das Blasorchester. "Nach der Chorprobe habe ich dann noch beim Blasorchester zugehört und bekam große Lust, mit so einem Orchester zu arbeiten", sagt Czerney. Kurz darauf wurde die Dirigentenstelle ausgeschrieben. "Da gab es nichts zu überlegen", dachte der Profi-Musiker, "und ich habe mich sofort beworben."

Der gebürtige Wiesecker, der heute in Großen-Linden lebt, hat in Frankfurt Konzertgesang studiert. Er spielt Fagott und Oboe, hat verschiedene Chöre sowie einen Posaunenchor geleitet. An der Liebigschule Gießen unterrichtet er Musik. Die musikalische Leitung eines Blasorchesters ist für den 53-Jährigen also eine neue Herausforderung.

Nachdem Vorgänger Andreas Kühr erklärt hatte, den Dirigentenstab nach dem Frühlingskonzert 2020 zur Verfügung stellen zu wollen, hatte der Vorstand des Blasorchesters im November 2019 die Dirigentenstelle ausgeschrieben. Insgesamt gab es neun Bewerbungen, von denen vier in die engere Wahl kamen und Probedirigate hielten. Durch die coronabedingte Unterbrechung konnten diese erst im September abgeschlossen werden. Danach wählten die Aktiven Andreas Czerney zu ihrem neuen Dirigenten.

Mit ihm und der Vize-Dirigentin Franziska Görlach hat das Blasorchester zwei Profi-Musiker, mit denen man optimistisch in die Zukunft blickt. Denn es gibt viel zu tun - in 2022 will das Blasorchester seinen 100. Geburtstag feiern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare