Altes Kulturvolk vorgestellt

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Das Forum für Völkerverständigung bot in der Stadtbibliothek einen gut besuchten Vortragsabend über kurdische Literatur und Geschichte; dieser wurde von kurdischer Musik begleitet. Referentin Jutta Dörrenhaus führte die Zuhörer durch die Geschichte der Kurden in den Staaten Türkei, Iran, Irak, Syrien und den ehemaligen sowjetischen Republiken.

Das Forum für Völkerverständigung bot in der Stadtbibliothek einen gut besuchten Vortragsabend über kurdische Literatur und Geschichte; dieser wurde von kurdischer Musik begleitet. Referentin Jutta Dörrenhaus führte die Zuhörer durch die Geschichte der Kurden in den Staaten Türkei, Iran, Irak, Syrien und den ehemaligen sowjetischen Republiken.

Sie spannte dabei einen Bogen von der ersten Erwähnung der Kurden im Jahre 401 vor Christus bis zu den heutigen schrecklichen Kriegen in den Kurdengebieten. Die Abstammung der Kurden führte die Referentin auf die Hurriter des Mitanni-Reiches und die Meder zurück, die der Zaza-Kurden auf den altiranischen Kulturraum. Sie stellte dar, dass es sich bei den Kurden um ein altes Kulturvolk handelt, deren Stämme im Südosten der Türkei, im Iran und in Mesopotamien Fürstentümer bildeten und die 1750 bis 1794 von Schiras ausgehend über den ganzen Iran herrschten. Dörrenhaus erläuterte, dass der muslimische Heerführer Saladin ein Kurde war und erzählte die Sage über Alexander den Großen, der im kurdischen Bitlis eine Festung bauen ließ. Sie referierte auch über die PKK Öcalans, »die im Bemühen um einen kurdischen Staat zur Terrororganisation wurde«.

Melancholische Musik

Unterstützt wurde die Referentin von Frau Ruhotina, die den Vortrag mit Ausschnitten aus der vorgestellten kurdischen Literatur untermalte. Sie begann mit alten Sagen aus der Frühgeschichte der Kurden und las Kurzgeschichten und Ausschnitte aus Büchern kurdischstämmiger Schriftsteller. Besonders waren die Zuhörer von der klagend melancholischen Musik, der kurdischen Musiker Kadir Elen und Mehmet Yildiz begeistert. Es waren Liebeslieder und Lieder über die verlorene Heimat, die sie mit alten kurdischen Instrumenten begleiteten.

Die kurdische Literatur war zuerst eine mündliche, auch die Geschichte des kurdischen Volkes wird mündlich von Generation zu Generation überliefert. Durch die Zerstörung der Stammesgruppen sei diese Überlieferungskette unterbrochen und den Kurden selbst nicht immer präsent. Im Gespräch über den Vortrag wurde deutlich, dass über das kurdische Volk viel zu wenig bekannt ist, sich aber Vorurteile hartnäckig halten.

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