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Das Logistikzentrum in Lich (im Hintergrund) und seine Auswirkungen auf den Verkehr: Dazu äußern sich die Grünen in ihrem Wahlprogramm.

Alle hören, die eine Meinung haben

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Lich (pm). Die Licher Grünen haben ihr Programm zu den Kommunalwahlen am 14. März ausgearbeitet. Sie äußern sich darin unter anderem zu den Themen Bürgerbeteiligung, Stadtentwicklung und Mobilität.

Zum Thema Bürgerbeteiligung verlangen die Grünen, dass vor großen Entscheidungen alle gehört werden, die ihre Meinung dazu sagen möchten. Im Wahlprogramm fordern sie regelmäßige Bürgerversammlungen und Fragestunden vor der Stadtverordnetenversammlung. »Die Entscheidungen zum Bau des Logistikzentrums wurden ohne eine Beteiligung der Bürger an der Entscheidungsfindung allein von den Kommunalpolitikern getroffen. Das wird es mit uns zukünftig nicht mehr geben«, sagt der Spitzenkandidat der Grünen, Michael Pieck.

Flächen für Spiel und Sport

In den letzten zehn Jahren sind mehr als 1300 Menschen nach Lich gezogen - die Einwohnerzahl ist um zehn Prozent gestiegen. Das sei schön und bringe Vielfalt. Jetzt sei die Frage zu stellen, wo und wie Lich weiterwachsen kann und soll. Wie kann sich die Stadt nachhaltig weiterentwickeln? Wie können die dörfliche Struktur der Ortsteile und die Altstadt gestärkt werden? Die Grünen treten für eine langfristige, bedarfsgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung mit Festlegung der Ziele in einem städtebaulichen Konzept ein und bevorzugen eine vorrangige Entwicklung von Bebauungsplänen durch die Stadt Lich selbst. Sollte das nicht möglich sein, müsse die Planungshoheit bei der Stadt liegen, auch bei der Entwicklung von Baugebieten durch Investoren.

Für die Grünen ist die besondere Berücksichtigung der Ortsteile und der Altstadt ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklung. Sie sehen auch die Notwendigkeit, die Infrastrukturen anzupassen, erklärt Berchtold Büxel. »In den Wohngebieten müssen Begegnungsplätze und Fläche für Spiel und Sport entstehen und die vorhandenen Sportanlagen müssen entsprechend der vergrößerten Einwohnerzahl mehr Kapazitäten erhalten.«

Die Grünen legen einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. »Aus dem Herzen der Natur soll für uns mehr als nur ein über Hessen hinaus bekannter Licher Werbespruch sein«, erläutert Katharina Winter. »Wir setzen uns dafür ein, dass Lich eine grüne und klimafreundliche Kommune wird und sich die Entscheidungen des Parlaments nicht allein am Gebot der Wirtschaftlichkeit, sondern auch dem der Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit messen lassen müssen.« Eine Grünschutz- und Baumsatzung, die Begrünung städtischer Gebäude und Flächen sowie ein Energiekonzept für städtische Gebäude sollen vorangetrieben werden.

Die Dimensionen des Logistikzentrums lassen erkennen, dass in und um Lich herum »eine sehr hohe Verkehrsdichte herrschen wird«. Deshalb fordern die Grünen eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und ein Konzept, »das sicherstellt, dass Lastwagen nicht durch die Stadt fahren«, erklärt Pieck. Sie sprechen sich gegen den Neubau von Straßen aus, wenn deren Notwendigkeit nicht nachgewiesen ist, und fordern einen zweiten Bahnhaltepunkt am Gleienberg.

Auf der Wunschliste steht auch der Ausbau eines alltagstauglichen Radwegenetzes und ein Radverkehrs- und Radwegesanierungskonzept inklusive der Planung von Radschnellwegen.

Die Grünen setzen sich für die Erweiterung einer pädagogisch wertvollen Kinderbetreuung, den Neubau von Kindergärten sowie die Zurverfügungstellung von alternativen Betreuungsangeboten ein. Zudem ist ihnen die Trägervielfalt wichtig. Sie wünschen mehr Unterstützung und Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete. Die »überfällige Vernetzung der Vereine« soll vorangetrieben, ein Kinder- und Jugendparlament etabliert, Vereinsförderung und Kulturetat ausgebaut werden.

Das vollständige Wahlprogramm sowie Videos zu kommunalpolitischen Fragen stehen auf der Internetseite unter www.gruene-lich.de.

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