Sportplatz-Bebauung

Ärger auf der Zielgeraden: Ortsbeirat Eberstadt übt Kritik

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Lich (ti). Dass der Eberstädter Sportplatz Bauland werden soll, ist lange bekannt. Nach einem Interessenbekundungsverfahren auf der Suche nach einem Projektentwickler fiel der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans "An der Unterpforte II" im November 2017. Gut eineinhalb Jahre später soll dieser als Satzung verabschiedet und einem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor, der JFP Fischer Projekt GmbH, zugestimmt werden.

Im Bauausschuss wurden dazu kritische Stimmen laut. Vor allem seitens des Eberstädter Ortsbeirates. Zum einen, weil aus den ursprünglich 23 Grundstücken nach aktuellen Planungen 46 werden sollen. Grund dafür ist offenbar eine höhere Nachfrage nach Doppelhaushälften, wie Mathias Wolf vom Planungsbüro Holger Fischer erklärte. "Die vorhandene Infrastruktur ist damit überfordert", kritisierte Ortsvorsteher Klaus Biermann, der von mehr als 100 neuen Stadtteilbewohnern ausgeht.

Investor meldet sich zu Wort

Außerdem bemängelte Biermann, dass der Ortsbeirat vor der Entscheidung über den städtebaulichen Vertrag in den Gremien seitens der Stadt nicht noch einmal gehört worden sei und das Papier nicht alle Wünsche des Ortsbeirates berücksichtige, konkret einen Bouleplatz.

Zum Hintergrund: Weil mit dem Neubaugebiet Sportplatz und Vereinsheim wegfallen, verpflichtet sich der Investor, auf dem Festplatz Ersatz zu schaffen. Ein Kleinsportfeld für Fußball und Basketball ist vorgesehen, außerdem ein Jugendraum in Modulbauweise mit Terrasse, Küche und Toiletten. Einen Bouleplatz sieht der städtebauliche Vertrag nicht vor.

Bei Investor und Bürgermeister kam vor allem die Kritik in Sachen Freizeitflächenausgleich nicht gut an. Jörg Fischer sagte, dass er von Anfang an sehr eng mit dem Ortsbeirat kommuniziert habe. "Ich kenne das in dieser Art nicht, aber ich habe das gerne gemacht." Dass dieses Thema jetzt so diskutiert werde, finde er "sehr schade, und es wird der Sache nicht gerecht". Außerdem, so Fischer, habe er den Eberstädtern mehr zugestanden, als wirtschaftlich gut für ihn sei. "Der Ortsbeirat hat das Recht, Wünsche und Ängste zu äußern", meinte Bürgermeister Bernd Klein. Das bedeute aber nicht, dass das Parlament verpflichtet sei, alles umzusetzen. Klein: "Wir sind eine Stadt und nicht nur ein Stadtteil."

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