Kreativer Geist: Bert Beck vor seinen Werken im "Statt Gießen".
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Kreativer Geist: Bert Beck vor seinen Werken im "Statt Gießen".

Abstrakte Kompositionen

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Lich(usw). "Kunst in der Kinokneipe" könnte eine lose Reihe heißen, die nun eine weitere Ausstellung hervorbrachte. Zu sehen sind im "Statt Gießen" aktuell Bilder von Bert Beck (Bad Nauheim). Der kreative Geist zeigt mittel- bis großformatige abstrakte Tafelbilder unter dem Titel "Strukturen". Anlässlich der Vernissage sorgte das Michele-Alberti-Trio für einen gediegenen Musikhintergrund; Inga Saalmann sang versiert und ausdrucksvoll.

Bert Beck (Jg. 1960) machte sein Abitur in der Liebigschule Gießen. Bereits dort war er künstlerisch und musikalisch aktiv. Die erste Band, in der er mitwirkte, waren die Krautrocker namens "Anabis", die in der Region eine gewisse Bekanntheit erlangten, gefolgt vom Soloprojekt "Captain Future".

"Das Ganze begann schon früher in Form von Malerei und Videoinstallationen", erinnerte sich Laudator und Schulkamerad Wolfgang Fritsch aus Lich. "Das hat auch seinen beruflichen Werdegang beeinflusst." Beck habe sogar 1982 für eine seiner Videoinstallationen einen documenta-Sonderpreis gewonnen. Später: eigene Werbeagentur, Arbeit im Verlagshaus in Frankfurt, 1996 Eintritt in eine Werbeagentur in Stuttgart. Bemerkenswert sei 2001 sein Umzug nach Hamburg, "wo er in die Bude zog, die Lindenberg vormals bewohnte". 2005 ging Beck nach Paris, 2017 kehrte er nach Bad Nauheim zurück. In Paris habe er Interesse am Malen gefunden, "die eine oder andere Ausstellung" gehabt. Die von Jazzmusik inspirierten Bilder seien übers Visuelle hinaus "eigentlich fühlbar".

Sand, Farbe, Gips

Beck absolvierte ein Lehrerstudium für Deutsch und Musik in Gießen, er lebt in Bad Nauheim. Inzwischen ist er pädagogischer Leiter des Bildungsträgers IBS und für Ausbildung zuständig. Die in Lich gezeigten Arbeiten sind Mischtechniken, in denen Beck Materialien wie Sand, Acrylfarbe und Gips zu abstrakten Kompositionen verarbeitet; häufig geschieht das mithilfe eines gezahnten Werkzeugs, was eine Art "gekämmter" Strukturen hervorbringt.

Hauptwerk der Schau ist "Le Jardin", eine 160 mal 140 Zentimeter große farbstarke Komposition. Dabei legt Beck die Bilder im Großen an, schafft massive Farbflächen und Formen, die den Arbeiten eine offenkundig erscheinende Anmutung verleihen. Der "Garten" ist eine der gegenständlicheren Arbeiten. Aber auch in einer Arbeit aus der "Tsavo"-Serie ist die Silhouette eines Kopfes zu erkennen - das ist etwas, worauf er gemeinhin verzichtet. In der Tat sind die "Strukturen" eine Sammlung von Werken, die sich zumeist von der Form weg zum inneren Wesen des Bildes oder Themas gewandt verstehen.

Zu sehen bis auf Weiteres im "Statt Gießen". FOTO: USW

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