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Kita-Leiterin Bianka Rehm, der 3-jährige Bosse und Erzieherin Anna Weller (v. l.) am Lesebaum.

Leseparadies im Wald

Hüttenberg (bf/pm). Was die Wurzelhüpfer mit dem gewonnen Preisgeld anfangen, das war nun wirklich keine schwer zu beantwortende Frage. Natürlich werden die 1000 Euro ganz themengerecht investiert, und zwar in eine neue Lesebank am Lesebaum, wie Stefanie Gold von der Gemeinde Hüttenberg erzählt.

Am Dienstag hatten die Verantwortlichen des Deutschen Lesepreises die Geehrten verkündet. Dass zu den 16 Preisträgern aus ganz Deutschland in diesem Jahr auch der Waldkindergarten Wurzelhüpfer aus Rechtenbach gehört, ist durchaus bemerkenswert. In der Kategorie »Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas« belegten die Wurzelhüpfer den dritten Rang. Entsprechend groß war der Auflauf. Bürgermeister Christof Heller kam zum Gratulieren, selbst Fernsehteams schauten sich vor Ort um.

»Der schönste Ort zum Geschichtenlauschen ist für die Kinder des Waldkindergartens Rechtenbach der große Lesebaum«, heißt es in der Laudatio. Jener Baum existiert in seiner jetzigen Form erst seit dem Sommer. In eigens präparierten großen PET-Flaschen, die umgekehrt am Baum aufgehängt sind, stecken Bücher, die sich jeder schnappen und lesen kann. Jeden Monat werden sie ausgetauscht.

Zuhören und Erleben

»Die Leseförderung steht hier ganz im Zeichen der Natur. Neben dem Lesebaum gibt es Projekte rund um Waldtiere, Bäume und Pflanzen, die ihren Ausgangspunkt in Kinderbüchern haben. Vorgelesen wird im Bauwagen, auf dem Waldsofa, im Tipi und auf Wanderungen. Zuhören und Erleben bilden dabei eine untrennbare Einheit«, heißt es weiter in der Laudatio. Die Waldkita beweise, vorlesen ist überall möglich - in der Natur und bei jedem Wetter. »Mit viel Kreativität, guten Ideen und der Bereitschaft, sich auf die natürlichen Gegebenheiten vor Ort einzulassen, haben die Kita-Fachkräfte ein Leseparadies erschaffen.«

Bianka Rehm, die Leiterin der Wurzelhüpfer, ist jedenfalls überaus erfreut vom Interesse und der Zustimmung: »Wir wussten schon, dass unsere Idee bei den Menschen in Hüttenberg gut ankommt«, sagt sie. Im Gästebuch am Lesebaum stünden »so schöne Kommentare«. Es kämen Großeltern mit Enkeln, Eltern mit Kindern, Kindergruppen aus umliegenden Gemeinden. Und dann erzählt sie von einem Eintrag, der schmunzeln lässt: »Ein Wanderer hat geschrieben, dass er hier regelmäßig Pause macht und seinem Hund vorliest.«

So findet man den Lesebaum: Der Lesebaum, das Waldsofa und die Hängematte befinden sich im Waldstück hinter dem Tipi am Waldkindergarten Rechtenbach, Ortsausgang in Richtung Wetzlar.

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