Mit dem Nikelsmarkt fällt in diesem Jahr auch der Fackelzug aus. Eine Festschrift würdigt die Traditionsveranstaltung. ARCHIVFOTO: VH
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Mit dem Nikelsmarkt fällt in diesem Jahr auch der Fackelzug aus. Eine Festschrift würdigt die Traditionsveranstaltung. ARCHIVFOTO: VH

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  • vonVolker Heller
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Kunstausstellung, Fackelzug, Festkommers, Bärtzebürgerschaft und noch so viel mehr war geplant - doch der 650. Nikelsmarkt in Allendorf/Lumda muss ausfallen. Eine ambitionierte Festschrift tröstet über die Absage hinweg.

Diesen Freitag hätte der Veranstaltungsreigen zum 650. Allendorfer Nikelsmarkt mit einer Kunstausstellung in Reunings Halle begonnen. Der ohnehin gut gefüllte Terminkalender bis zum Markttag (Mittwoch) wäre diesmal noch dicker gewesen, weil etwa ein stehender Festzug vorgesehen war und die Verleihung der Stadtrechte an Allendorf im Jahr 1370 mit einem Festkommers gewürdigt werden sollte.

Stadtgeschichte auf 40 Seiten

Aufgrund der Corona-Krise ist die ausführliche Planung für das komplette Jubiläumsprogramm vorerst in der Schublade des Festausschusses verschwunden. Von dort aus kann es im Oktober 2021 hoffentlich wieder zurück ans Tageslicht geholt werden. Alle an der Vorbereitung beteiligten Personen können die Früchte ihrer Arbeit erst mit Zeitverzug ernten.

Auf einer Pressekonferenz im Rathaus haben Bürgermeister Thomas Benz sowie Kornelia Fuhrmann und Marktmeister Reiner Bergen als Mitglieder des Festausschusses Aufbruchstimmung für den Neustart 2021 verbreitet.

Einzig Werner Heibertshausen (Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf/Lumda) kann seinen Part am Doppeljubiläum sogleich unter die Leute bringen. Die von ihm zusammengestellte Festschrift "650 Jahre Stadtrechte, 650 Jahre Nikelsmarkt Allendorf (Lumda)" umfasst 40 DIN A 4-Seiten und ist angefüllt mit all dem was die Stadt in Text und Bild so unverwechselbar macht.

Heibertshausen erklärt, dass Texte und Fotos in seinem Archiv gelagert hätten, er habe sie halt heraus gesucht. Viel höher sei jedoch die Arbeit von Gerd Höricht zu bewerten. Der habe auf seinem Computer mit professioneller Software die Bilder und Grafiken bearbeitet und das gesamte Layout gestaltet. Für ungezählte Stunden habe Höricht keinen Cent berechnet. Freilich habe der Druck der Festschrift in einer Auflage von 800 Stück sodann etwas gekostet.

Festschrift bald kostenlos erhältlich

Fuhrmann hat die in Frage kommenden Sponsoren kontaktiert. Sie schildert die zwiespältige Situation dabei. Natürlich sei ihr klar gewesen, dass in Corona-Zeiten viele Gewerbetreibende und Betriebe selbst finanzielle Schwierigkeiten hätten. Deshalb sei mancher Zuschuss kleiner ausgefallen als unter normalen Umständen. Den dicksten Batzen habe die Sparkassenstiftung Grünberg beigesteuert. Fuhrmann dankt allen Spen dern, auch jenen die notgedrungen abgewinkt hätten.

Die Festschrift ist kostenlos erhältlich. Der Bürgermeister denkt darüber nach, im Bürgerhaus eine Abholmöglichkeit anzubieten: Wenn das spruchreif ist, wird der Termin in den Tageszeitungen und den "Allendorfer Mitteilungen" bekannt gegeben. Benz hob den außerordentlichen Stellenwert des Nikelsmarktes hervor und bedauerte dessen Absage. Er dankte den Sponsoren, dem Festausschuss, Heibertshausen sowie den Helfern im Hintergrund.

Blättert man die Festschrift durch, fällt das halbseitige Logo ins Auge: Sascha Wimmer und Günter Muhly haben das Stadtwappen kostenlos entworfen. Grußworte geben Ministerpräsident Bouffier, Landrätin Schneider, die Bürgermeister der Partnerstädte Nouvion-sur-Meuse und Golarícz und Allendorf. Die Sponsoren sind aufgelistet.

Es wird verraten wie es zur Verleihung der Stadtrechte kam. Geschichtliche Daten von 790 bis 2020 erweitern den Horizont. Die Bedeutung des Nikelsmarktes früherer Tage für die gesamte Region wird erläutert. Aufmerksamkeit genießen die Verleihung der Bärtzebürgerschaft und der Allendorfer Lohkuchen.

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