Das Leid der Schwäne

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Dieser GAZ-Bericht dürfte vielen in Erinnerung sein: Vor 20 Jahren hatten Unbekannte einen Schwan geköpft, der in Laubachs Schlosspark mit seinem/seiner Partner/in zu Hause war. Er oder sie - bei Schwänen ist die Feststellung des Geschlechts eine aufwendige und teure Sache, bedarf es doch einer Federanalyse - blieb allein zurück. Mitte der Nullerjahre verendete der oder die Witwe/r.

Bald darauf dann eine Aktion Laubacher Tierfreunde, die als Tête-à-tête-Offensive in die Annalen eingehen sollte: Ein neues Schwanenpaar wurde besorgt, jetzt machte der Teich wieder seinem Namen alle Ehre - auch wenn der erhoffte Nachwuchs ausblieb. 2016 aber suchte einer der Vögel das Weite. Warum blieb offen. Vielleicht war’s ein Fall von Midlife Crisis, vielleicht war er noch nie in Neuschwanstein. Sei’s drum. Der oder die Verlassene erlitt das Schicksal tapfer, drehte weiter seine Runden im Teich, zischte nur ab und an den einen oder andern an. Vor wenigen Tagen aber wurde der Schwan plötzlich umtriebig und unternahm Spaziergänge zum nahen Ramsberg. Als er sich dann auch noch die Kita in der Adolf-Wieber-Straße anschauen wollte und Gefahr lief, überfahren zu werden, geleiteten ihn Bauhofmitarbeiter zurück zu seinem Teich. "Der war topfit", widerspricht Günter Haas, Vorstand des Tierschutzvereins, in sozialen Medien kolportierten Gerüchten einer Erkrankung des Schwans, um den sich die herzlose Stadtverwaltung nicht gekümmert habe.

Haas war auch Augenzeuge des letzten Kapitels am Mittwoch: Mit Schlagseite schwamm der Vogel im Teich, Blut färbte sein Gefieder. Die Feuerwehr brachte ihn in die Vogelklinik nach Gießen. Haas: "Die Verletzungen waren zu massiv, er musste eingeschläfert werden." Laut Klinikleiter habe es sich um Bisswunden gehandelt, vermutlich beigebracht von einem Hund (Anzeige wurde zwischenzeitlich erstattet). Beutegreifer wie der Fuchs könnten es nicht gewesen sein. "Die beißen immer den Kopf ab." (tb)

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