pax_1002Abb4_Apfelbaumge_4c
+
Derzeit ist der Raupenbefall noch unscheinbar.

Leichentuchartige Gespinste im Baum

  • VonPatrick Dehnhardt
    schließen

Gießen/Lich (pm/pad). Es beginnt mit ein paar Blättern mit braunen Rändern. Im schlimmsten Fall endet es damit, das ganze Bäume im Sommer unter leichentuchartigen Gespinsten verschwinden. Dieses Bild bot sich etwa bei Langsdorf, Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) rät Hobbyobstbauern daher, jetzt aktiv zu werden, wollen sie die Apfelbaumgespinstmotte in den Griff bekommen.

Die Apfelbaumgespinstmotte ist ein in der Region weit verbreiterter Schädling im Obstbau. Bereits im August haben die Falter ihre Eier abgelegt, sagt LLH-Experte Tobias Storch).

In den vergangenen Wochen sind die Raupen aktiv geworden, zu den jungen Blättern gekrochen und haben begonnen, diese anzufressen. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, fertigen die Raupen gemeinsam Gespinste an. Dies hat Folgen für die Obsternte: »Wenn ganze Äste oder gar komplette Bäume eingesponnen werden, kann es zu totalem Blattverlust und völligem Ertragsausfall kommen«, sagt Storch. »In der Regel überstehen gesunde Bäume den Befall und treiben wieder neu aus.« Jedoch wird das Wachstum der Bäume in den kommenden Jahren gehemmt.

Der LLH rechnet dieses Jahr mit einem starken Befall durch die Apfelbaumgespinstmotte. Derzeit hat sie noch keine großen Gespinste gebaut, sodass sie mit zuge- lassenen nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden kann. Dieses Zeitfenster wird sich aber in wenigen Tagen schließen. Sind die Gespinste einmal so groß wie ein Tischtennisball, lassen sie sich nur noch mit der Astschere entfernen.

»In der Praxis gestaltet sich die Behandlung von Hochstämmen technisch als schwierig«, sagt Storch. Jedoch lohnt es sich, junge Bäume zu schützen, damit diese in ihrem Wachstum nicht gehemmt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare