Lebensmittel mehr wertschätzen

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Die deutschen Bauern werben bei Verbrauchern für mehr Wertschätzung für Lebensmittel. "Wir appellieren an die Kunden, Qualitätsprodukte zu kaufen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. "Verbraucher sollten auch bei Bio-produkten schauen, dass es regionale Produkte sind."

Lebensmittel in Deutschland seien im Vergleich sehr hochwertig, hätten aus Sicht der Landwirte aber einen zu geringen Preis. "Sie müssten teurer sein." Allerdings sei die Nachfrage bisher nicht groß genug, sagte Rukwied. "Nur 20 Prozent der Verbraucher kaufen bewusst regionale, saisonale, höherwertige Lebensmittel. Viele andere könnten es, tun es aber noch nicht. Die müssen wir noch erreichen."

In Deutschland werde im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ wenig Geld gemessen am Haushaltseinkommen für Lebensmittel ausgegeben. Zugleich kritisierte Rukwied Werbekampagnen mit Schnäppchenpreisen für Biolebensmittel. "Die Preisgestaltung bei Bioprodukten, beispielsweise Aktionsangebote, beobachte ich mit großer Sorge." Bioprodukte seien in der Herstellung teurer als konventionelle, die Biobauern bräuchten daher einen höheren Preis.

In der Diskussion um Düngerbelastung in den Böden forderte Rukwied eine bundesweite Überprüfung des Nitrat-Messnetzes. "Je genauer man sich das alles anschaut, desto mehr Ungereimtheiten fallen auf." Landwirte zweifeln an, dass die weitere Verschärfung der Düngeregeln in Deutschland auf validen Daten beruht. Auf Druck der EU-Kommission verschärfte die Bundesregierung die gerade reformierte Düngeverordnung erneut, um hohen Strafzahlungen zu entgehen. Rukwied erwartet, dass sich die Politik die Fakten noch einmal genau anschaut.

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