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Lebendige Ökumene

  • vonVolker Heller
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Die Woche der Ökumene in Großen-Buseck hat begonnen. Die traditionelle Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde und katholischen Pfarrei St. Marien steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gottesbilder - Lebensbilder". Wiederum gab ein kultureller Programmpunkt den Auftakt dieser Woche. Unter dem Konzerttitel "Ich such das Weite" verstand es Martin Buchholz im voll besetzten Kulturzentrum Großen-Buseck jede Menge guter sowie gut gemeinter Ratschläge zum Glauben an Gott vorzutragen. Ihn begleitete Eberhard Rink am Piano und Akkordeon.

Lieder und Kabarett

Buchholz füllt viele Rollen: Fernsehjournalist, Theologe, Liedermacher, Kabarettist, Autor. Im TV-Geschäft erhielt er schon Preise: 2003 den Adolf-Grimme-Preis für Buch und Regie von "Der Mörder meiner Mutter, Eugénie will Gerechtigkeit" und 2004 den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis für "Gott segne unseren Überfall". Zwischen seinen Lieder stellte Buchholz wortgewaltig kabarettistische Äußerungen in den Raum, etwa "Vom Reformieren (Luther) zum Restaurieren".

Viele alte Kirchen stünden noch, zeugten von der Glaubenstradition. "Wo aber sind die Menschen?", fragte er rhetorisch. Dem folgte das Lied "Komm doch rein und denk mal" (Wortspiel zu "Denkmal"). Buchholz machte den Vorschlag, die Kirchenbänke mal auszuräumen. "Warum sitzen wir nicht im Kreis und erzählen aus dem Alltag". Dann dürfe gelacht und geweint werden, und nicht nur die Theologen kämen zu Wort. Der Künstler fragte sich, warum die Menschen wohl in ein Fußballstadion gingen und nicht etwa in Massen in die Kirche. Vielleicht hält die ökumenische Woche hierzu auch Antworten bereit. vh/FOTO: VH

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