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Zwei Varianten für die Sanierung des Freibads sind im Gespräch. (Archivfoto: pm)

Zwei Sanierungsvarianten

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Laubach (dis). Auf Einladung der Freien Wähler und der CDU Laubach fand im Jugendgästehaus am Ramsberg ein Diskussionsabend über die unterschiedlichen Varianten zur "Zukunft des Freibads" in Laubach statt. Rund 100 Interessierte waren gekommen, die unter der Moderation von Axel Düringer (CDU) und Dirk Oßwald (FW) informiert wurden und Fragen stellen konnten. Anhand einer Präsentation wurden zwei Alternativen vorgestellt, die zum einen eine große Lösung vom Büro "Balneatechnik" und zum anderen ein Allwetterbad mit einer ganzjährigen Öffnung des Hallenbades und einer deutlichen Verkleinerung der Wasserfläche im Freibad, konzipiert vom Büro Altenburg, ausgehen.

Die erste Planung, sie ist die teurere, wurde bereits im letzten Herbst in den städtischen Ausschüssen vorgestellt. Sie sieht den Einbau eines Edelstahlbeckens in der aktuellen Freibadgröße, zudem einen attraktiveren und barrierefreien Nichtschwimmerbereich sowie eine Erneuerung der Technik vor. Die Kosten für diese Sanierungsvariante wurden auf etwa fünf Millionen Euro netto geschätzt.

Becken dicht

Am 6. Mai stellte nunmehr ein Wirtschaftsgutachter eine Variante vor, die mit rund drei Millionen Euro veranschlagt wird und auf Dauer niedrigere Kosten verursachen soll. Dafür sollen große Teile der Wasserfläche, unter anderem im Sprungbereich und des Schwimmerbereichs wegfallen und keine Investitionen mehr für die Sauna beinhalten. Das Hallenbad soll in dieser Variante ganzjährig geöffnet sein und den Schwimmern als Alternative zum Freibad zur Verfügung stehen. Die Stadt Laubach soll für die Sanierung des Freibades voraussichtlich rund drei Millionen Euro Zuschüsse des Landes aus dem SWIN- und dem Investitionsprogramm der Hessenkasse erhalten.

Die Veranstaltung hatten beide Fraktionen gemeinsam begründet, um mit den Schwimmbadnutzern ins Gespräch zu kommen und die Ergebnisse des Abends in die eigene Beschlussfassung einzubringen. Nach der Vorstellung der Präsentation entwickelte sich eine rege Diskussion, wobei kein einziger Teilnehmer Sympathie für die zweite Variante bekundete, also die deutliche Verkleinerung des Freibades. Ausnahmslos wurde diese Variante kritisiert.

Einige Stimmen hierzu: Jochen Banz (Betreiber des Jugendgehästehaus) sieht in der zweiten Variante einen Umsatzverlust und damit die Schließung des Gästehauses zur Folge; Regina Frank (Tauchsportclub): Mit Variante 2 würde die Ausübung des Tauchsports in Laubach unmöglich gemacht (fehlende Tiefe, da auch der Springbereich entfallen würde); die Vertreter der Schulen lobten das Personal in Laubach (vorbildlich) und sprachen sich für den Erhalt von Wasserfläche und Springbereich aus (unter anderem Bedingung für Abnahme von Schwimmabzeichen); Hagen Hartmann (Förderverein Bäder) merkte an, dass die beste Unterstützung der Besuch der Bäder wäre.

Landkreis-Dezernentin Dr. Christiane Schmahl stellte infrage, ob mit der zweiten Variante der Landeszuschuss aus dem SWIM-Progamm (eine Million Euro) gezahlt würde. Schwimmeister Daniel Heil machte darauf aufmerksam, dass die zweite Variante Personalbedarf zur Folge hätte (Schwimmmeister innen und außen gleichzeitig). Außerdem sprach er sich gleichzeitig für eine Attraktivitätssteigerung aus.

Mitgeteilt wurde, dass der ursprünglich angenommene Wasserverlust im Freibad durch die Reparatur eines Schiebers gestoppt werden konnte, das Becken sei nicht undicht. Düringer bilanzierte am Ende der Veranstaltung: "Wir wollen das Schwimmbad erhalten und keine Nutzer verlieren". Nun folgen die Fraktions- und Ausschussberatungen, die Entscheidung fällt in der Stadtverordnetenversammlung am 13. Juni. Deutlich war aber, dass alle Teilnehmer, und auch die beiden Fraktionen, den Erhalt der Bäder anstreben. Daher wird es auf eine deutlich abgespeckte erste Variante hinauslaufen, das Thema Edelstahlbecken ist wohl vom Tisch, da ja der Wasserverlust gestoppt wurde.

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