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Karl Krautwurst (l.) und Rolf-Jürgen Löffler.

Zuckerwürfel am Fensterbrett

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Laubach (sf). Der Mehrzweckraum in der Dorfschmiede Freienseen war voll besetzt. Draußen war es sehr warm, doch im Fachwerkhaus machte sich die natürliche Klimaanlage bemerkbar. Eingeladen hatte der Seniorentreff mit Günther Labuda und Rolf-Jürgen Löffler. Sie hatten ein schönes Programm zusammengestellt.

Karl Krautwurst mit seinen 91 Jahren ist ein Garant für alte Brauchtumsgeschichten, auf Platt verfasst. Vieles hat er noch selbst erlebt, sodass er zur Lesung auch so manchen Kommentar beisteuern konnte. Man hörte Worte, die einem teilweise nicht mehr geläufig sind, oder Beschreibungen des schönen Vogelsbergs. Das Silvesterwürfeln, das Holen des Osterwassers waren Themen, wie im Herbst die selbst gebastelten Drachen in die Lüfte stiegen oder der "Hoingk" gekocht wurde. Auch berichtete er vom "Fleischmännchen", das zu den Leuten kam, die frisch geschlachtet hatten, und eine Spende erbat. Nicht fehlen durfte die Mär (?), wonach der Klapperstorch ein Baby bringt, wenn man nur fleißig Zuckerwürfel aufs Fensterbrett gelegt wurden. Oder die Pfaden aus Zwetschgensteinen, die zu heimlichen Liebespaaren führten. Zwischendurch fühlte man sich 100 Jahre zurückversetzt - nach Berlin: Ernst Chodura spielte auf seiner Drehorgel Lieder wie "Mariechen" oder "Wenn die Sonne erwacht". Auch ihm wurde viel Beifall zuteil. Es war ein unterhaltsamer Nachmittag. Irmgard Häbel bediente die Gäste mit Kaffee und Kuchen. (Foto: sf)

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