Soll zum Kindergarten werden: ehemalige Gemeinschaftsunterkunft an der Sport- und Kulturhalle Laubach.	ARCHIVFOTO: TB
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Soll zum Kindergarten werden: ehemalige Gemeinschaftsunterkunft an der Sport- und Kulturhalle Laubach. ARCHIVFOTO: TB

Zeitnah fünf Gruppen schaffen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach (tb). Dieses Defizit ist nicht von Pappe: Laut einem Papier des Oberhessischen Diakoniezentrums (OD) sieht sich Laubach mit einem »perspektivischen Fehlbedarf« von 113 Kita-Plätzen konfrontiert, davon allein 87 in der Kategorie U3. Zur Behebung des Mangels hat die Politik dreierlei beschlossen: Wiedereröffnung der OD-Waldgruppe in Freienseen (Arbeiten erledigt), Nutzung der Flüchtlingsunterkunft an der SKH Laubach (Laumann-Holzhäuser), Schaf- fung einer Wald- und Hausgruppe in Gonterskirchen.

Klares Votum für Stift als Träger

Offen blieb bisher - neben der Finanzierung - nur die Frage des Betreibers. Das OD oder ein anderer Träger? Letzteres wäre im Sinne der vom Gesetzgeber gewünschten Trägervielfalt, doch zeitaufwendiger (Ausschreibung nötig).

Will man zum neuen Kindergartenjahr den »tatsächlichen Fehlbedarf« (Anmeldungen) beheben, drängt die Zeit. Bürgermeister Peter Klug präsentierte daher dem Notausschuss seinen Dringlichkeitsantrag. Das »Ersatzparlament« folgte am Ende der Magistrats-AG »Kindergarten-Bedarfsplanung«, auf die bewährte Kooperation mit dem Stift zu setzen. Nicht zuletzt, weil dieses als Betreiber von bereits sechs Einrichtungen Synergieeffekte (Stichwort: »personelle Flexibilität«) in die Waagschale werfen könne.

Die Investitionen für die Hausgruppe in »Goki« - favorisiert wird ein Wohncontainer an der Grillhütte - schlügen mit 100 000 Euro zu Buche, Erwerb und Herrichtung der beiden Laumann-Holzhäuser in Laubach zu einer dreigruppigen Kita mit 400 000 Euro.

Dass die Container nur eine Übergangslösung seien, betonte Klug. Die Stadt werde in einer nächsten Vorlage zu den Kitas Lauter, Freienseen und Ruppertsburg über Investitionen und Neubaustandorte zu entscheiden haben.

Für Grüne »katastrophales Zeichen«

Dass es im Moment weder Grundstücke noch geeignete Gebäude gebe, auch keine Mittel etatisiert seien, bat er zu beachten. Wiewohl mit mehreren Trägern eine pädagogische Vielfalt einhergehe, überwog auch bei Hartmut Roeschen (SPD) das Zeitargument. Im Sinne Klugs äußerte sich ebenso Siegbert Maikranz (CDU). Auch, da das Stift beim Umbau der Kita Wetterfeld Kompetenz bewiesen habe. »Nur sollte die Verwaltung diesmal bei den Kosten genauer hinschauen.«

Nicht anders Michael Köhler, dem zufolge freilich die 500 000 Euro bereits im Sommer hätten eingestellt werden können. Der Grüne dann wörtlich: »Dass uns die Kinder nur ein paar Quadratmeter im Container wert sind, ist ein katastrophales Zeichen nach außen«. Was jetzt gebraucht werde, bekräftigte der Verwaltungschef, sei eine kurzfristige Bedarfsdeckung. Verbunden mit dem Effekt, »Luft holen zu können« für besagte langfristige Lösungen. Roeschen erinnerte da an den SPD-Vorschlag, die Räume im DGH »Goki« zu nutzen, was aber von den Eltern abgelehnt worden sei. Köhlers Antrag, die Antragsbegründung und damit die inkriminierte Bezeichnung zu streichen, scheiterte bei Stimmenpatt knapp, der Bürgermeisterantrag fand bei nur einem Nein der Grünen eine breite Mehrheit.

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