FW wollen Existenz von Bauer Schmidt sichern

  • Thomas Brückner
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Laubach(pm/tb). "Wir wollen die Zukunft des letzten innerörtlichen Bauernhofs in der Kernstadt sichern und deshalb die Planung für ein innerstädtisches Baugebiet zwischen Gießener Straße und der Straße Auf den Röden beenden", kündigen Laubachs Freie Wähler an. Um dies zu erreichen, will man einen Dringlichkeitsantrag zur Stadtverordnetensitzung am Mittwoch, 16. Dezember, stellen.

Wie FW-Vorsitzender Lutz Nagorr und Frakionschef Dr. Ulf Häbel schreiben, habe die strittige Planung eines innerstädtischen Baugebiets unmittelbar am Hof der Familie Schmidt im Mittelpunkt der ersten virtuellen Fraktionssitzung gestanden. Zugeschaltet hatte man dazu den Hofbesitzer Reinhard Schmidt und Tochter Dörthe.

Wie von dieser Zeitung berichtet, befürchten die Schmidts, eine dichte Wohnbebauung an ihrem Hof könnte die Tierhaltung gefährden. Die Familie hält Rinder, Gänse, Puten und Hühner und verarbeitet zudem maschinell Brennholz. Zu oft habe es in solchen Fällen andernorts schon Klagen wegen Lärm- oder Geruchsbelästigungen gegeben, Ärger mit neuen Nachbarn könnte programmiert sein. Zudem würde eine Erweiterung des Betriebs in Zukunft durch ein Baugebiet direkt am Hof unmöglich werden. Ortsvorsteher Günter Haas (FW), so weiter die Freien Wähler, unterstütze die Familie und habe sich ebenfalls gegen eine Bebauung ausgesprochen.

Landwirt: Ging um andere Flächen

Sehr zu ihrer Verwunderung, heißt es sodann in der Pressemitteilung der FW, hätten die Schmidts berichtet, "dass sie zudem der Stadt ganz andere, viel attraktivere Tauschflächen angeboten hätten als in der Beschlussvorlage des Magistrats zur letzten Sitzung des Haupt- und Bauausschusses dargestellt". Dort seien meist unbebaubare Flächen unter und neben Hochspannungsmasten oberhalb der Hauptstraße nach Wetterfeld und nahe des Umspannhauses angegeben gewesen. Angeboten habe man der Stadt aber eine noch festzulegende Auswahl von Flächen am oberen Rand des Baugebiets "Eselshohl" hinter der Straße "Am Eselspfad" Richtung Wetterfeld, die im Flächennutzungsplan als künftige Baulanderweiterung ausgewiesen sind. Im Gegenzug zu den 4500 qm städtischer Flächen direkt am eigenen Hof, die man im Tausch erwerben wolle, biete man der Stadt 20 000 qm dieser Flächen im Anschluss an die "Eselshohl" an.

"Für uns war die Argumentation sehr überzeugend. Wir wollen die Existenz des Hofes sichern, zumal sich auch die nächste Generation hier engagiert", machen Nagorr und Häbel deutlich. Auch der angebotene Tausch der Grundstücke sei sehr fair und bringe beiden Seiten Vorteile: "Die Familie Schmidt kann städtische Flächen direkt an ihrem Hof erwerben und erhält Sicherheit und Erweiterungsmöglichkeiten, während die Stadt in Besitz von Flächen kommt, die nach Auslaufen des IKEK-Programms nach 2023 zu Bauland gemacht werden können."

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