Im Gebiet der bis vor wenigen Tagen noch ausgetrockneten Horloff fängt auch das Buchensterben an - neben dem Eschentriebsterben und den schon verdorrten Fichten. FOTO: PM
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Im Gebiet der bis vor wenigen Tagen noch ausgetrockneten Horloff fängt auch das Buchensterben an - neben dem Eschentriebsterben und den schon verdorrten Fichten. FOTO: PM

Witterung bereitet große Sorgen

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Laubach(pm). Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) sowie die Naturschutzbund-Ortsgruppen Laubach und Horlofftal hatten zur Exkursion entlang der Horloff von Friedrichshütte bis zum Oberlauf eingeladen. Die Strecke war 15 Kilometer lang und hatte insgesamt 14 Anlaufpunkten bis Betzenrod.

Eric Fischer vom NABU Laubach erläuterte, dass man sich im FFH-Gebiet "Laubacher Wald" und im europäischem Vogelschutzgebiet "Vogelsberg" bewegt und bei Gonterskirchen das Naturschutzgebiet Silbach streift. Dr. Hans Otto Wack von der SGV sprach die bereits länger bekannten Auswirkungen des Klimawandels für die Natur und die Grundwasserneubildung an, die durch die letzten drei extremen Trockenjahre verschärft wurden und jetzt für alle sichtbar sind.

Buchensterben als Mahnung

Wack machte zu Beginn der Exkursion auf eine Grundwasser-Messstelle aufmerksam, die auf Betreiben der SVG eingerichtet wurde, um den Einfluss der Wasserförderung in Inheiden zu erkennen. Hier geht es um die Veränderung der Grundwasserpegel und auch um die Fließrichtung der Grundwasserströme.

Im Wochenendgebiet an der Silbach fielen die Schilf-Kläranlagen als dezentrale Möglichkeit der Abwasseraufbereitung auf. Laut Wack ist die Reinigungsleistung dort besser als bei den großen zentralen Kläranlagen mit den langen Abwasserzuleitungen (Sammlern). Die dortigen Fischteiche wiesen einen sehr niedrigen Wasserstand auf.

Auch Grabenräumungen wurden angesprochen. Sie sollten nicht während der Vegetationszeit vorgenommen werden, sondern nur bei einer Gefährdung durch Hochwasser, hieß es. Niederschläge sollen nämlich in Wald und Feld verbleiben, wo es in der großen Fläche besser zurückgehalten werden könne, anstatt schnell fließend abgeführt zu werden. An den Unterläufen der Bäche und Flüsse könne dies zu enormen Hochwasserschäden führen.

Weiter ging es in das Naturschutzgebiet Silbach zur Kläranlage unterhalb von Gonterskirchen. Die Problematik der Wasserverschmutzung sprach Wack dort an. Im Ort konnte die Entwicklung des Hochwasserschutzes nachvollzogen werden. Anschließend zog man entlang der Aue zum Jägerhaus und zur Kaiserbrücke. Im weiteren Verlauf bachaufwärts stehen noch einzelne Pfützen, dann ist die Horloff trockengefallen: Hier gibt es keine Wasserlebewesen mehr. Im Gebiet der ausgetrockneten Horloff fängt auch das Buchensterben an, das neben dem Eschentriebsterben und den schon verdorrten Fichten, eine weitere Folge des Klimawandels ist. Nordöstlich der sogenannten "Applaus-Kurve" wurde die letzte Brücke über die nicht mehr vorhandene Horloff gequert. Bergauf in Richtung Betzenrod wies Wack auf dunklere Einsenkungen in der Wiese hin, die aufgrund ihres Pflanzenbewuchses vormals nass gewesen sein müssen, jetzt aber trockenen Fußes zu begehen sind. Von dort ging es zum Falltorhaus. Von dort wurde der Rückweg organisiert.

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