"Weißer Hai" trifft Kirchenorgel

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Hochklassige Konzerte – meist mit der Orgel als Protagonistin und so ungewöhnlichen Partnern wie Marimba oder Trommel oder Alphorn – bietet in gewohnter Weise das Orgelfestival "mixtur". Vom 15. bis 19. Mai laden die Laubacher Kultur und Bäder gGmbH (LKB) sowie die evangelische Kirchengemeinde der Stadt im Gießener Ostkreis wieder dazu ein.

Hochklassige Konzerte – meist mit der Orgel als Protagonistin und so ungewöhnlichen Partnern wie Marimba oder Trommel oder Alphorn – bietet in gewohnter Weise das Orgelfestival "mixtur". Vom 15. bis 19. Mai laden die Laubacher Kultur und Bäder gGmbH (LKB) sowie die evangelische Kirchengemeinde der Stadt im Gießener Ostkreis wieder dazu ein.

Sicher ein stetes Glanzlicht im Kulturkalender der Region, hat sich das Festival in den 26 Jahren seines Bestehens doch gewandelt: Das Treffen der Leierkastenmänner gibt es schon lang nicht mehr, der Name hat zweimal schon gewechselt, auf "Ohrenspeise" folgte 2012 die "mixtur". Dabei ist es geblieben. Nicht anders dürfte es sich bei den Motiven der Veranstalter verhalten: Ziel ist es, das "gängige Klischee zu widerlegen, wonach die Orgel vor allem laut ist, und das schlichte Herz nicht anspricht".

Fruchtbare Kooperation

So formuliert es Anja Martiné, Dekanatskantorin und Mitglied der künstlerischen Leitung der Reihe, die sich auch dieses Jahr anschickt, den Gegenbeweis anzutreten. Denn die Orgel, so Martiné bei der Programmvorstellung im Rathaus, könne sehr wohl "leicht, witzig, klassisch alt und trotzdem filigran daherkommen."

Auch die "mixtur" 2019 lockt nicht allein durch ihre Hörgenüsse. Sind sie doch gepaart mit dem Erlebnis "sehr charakterstarker Räume", wie die studierte Kirchenmusikerin Martiné hervorhebt und das evangelische und katholische Gotteshaus damit meint: "Die Verbreitung der Orgelmusik in verschiedensten Farben und Räumen ist einer der wichtigsten Grundsteine, die wir mit der Reihe legen möchten."

Bürgermeister Peter Klug lobte ebenso wie LKB-Prokurist Markus Stiehl die fruchtbare Kooperation von Stadt und evangelischer Gemeinde. Ihn freut es besonders, dass Laubachs Kirchen sich öffneten, selbst für ungewohnte Veranstaltungen.

Das Eröffnungskonzert gestaltet am Mittwoch, 15. Mai, 19.30 Uhr, in der ev. Stadtkirche "percussion posaune leipzig". Seit über 27 Jahren spielen die drei Posaunisten und der Schlagzeuger zusammen, begeistern seit Langem auch bei namhaften Festivals. Das aktuelle Programm trägt den Titel "Der weiße Hai im Alpensee und Johann Sebastian Bach" und ist einer Komposition des Alpenbewohners Christoph Wundrak entlehnt. Der "freche Titel" kommt nach Martiné nicht von ungefähr: "Das sind Profis mit Spaß."

Am Freitag, 17. Mai, 19.30 Uhr, wieder in der Stadtkirche, gibt die Gießener Percussion-Formation "Maracatuque" ihre Visitenkarte ab. Musik aus Brasilien wird zu hören sein, ein Mix aus Samba, Reggae, Bossa Nova und Jazz, die Orgel spielt Daniela Werner. Am Samstag 18. Mai, 19.30 Uhr, erwartet die Besucher der katholischen Kirche ein weiterer Leckerbissen: "Marimba und Orgel". Katarzyna Mycka und Jens Wollenschläger begeben sich gemeinsam auf Klangexpedition, es erklingen Stücke von Bach, Mendelssohn Bartholdy und Buxtehude.

Ins Freie geht es dann am Sonntag, 19. Mai, 14.30 Uhr. Die Spazierrunde "Poesie am Wegesrand" führt an Stationen des im Vorjahr eröffneten Themenwegs im Schlosspark vorbei. Zur Lektüre wohl gesetzter Worte spielt Beatrix Pauli (Hungen) auf der Truhenorgel Motive aus Prokofjews "Peter und der Wolf".

Gewissermaßen ein Vorgeschmack auf das Konzert wenig später, ab 17 Uhr, in der Stadtkirche: Das Figurentheater Laubach (Taunus) gibt "Peter und der Wolf" sowie "Die Kirschin Elfriede" zum Besten, die Barockorgel spielt wiederum Beatrix Pauli.

Nicht vergessen sei der Gottesdienst am 19. Mai, 10.30 Uhr, in der Stadtkirche mit dem Justiz-Chor Gießen sowie das Jahreskonzert des Schulchors "Vorlaut", das freilich aus Termingründen erst am 13. Juni, 18.30 Uhr, in der Stadtkirche steigt.

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