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Ende einer Tradition

Weimer verlässt Laubach - neues "Schwedendorf"?

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Die Fa. Weimer, wie der Vorgänger Hellwig bekannter Fachhandel für Garten-, Forst- und Kommunaltechnik, verlässt Laubach, bündelt seine Kräfte am Hauptsitz in Lollar. Der neue Eigner hat ganz andere Pläne.

Nach 17 Jahren schließt das Lollarer Unternehmen Weimer seine Filiale in Laubach. Damit endet zugleich eine lange Tradition: Der Standort in der Kurzen Hohl war seit den 1950ern das Ziel vieler Kunden aus der Region, die sich für Gartengeräte, Forst- und Kommunaltechnik interessierten. Zunächst erfüllte die Firma Henner Hellwig diese Wünsche - unvergessen auch die gleichnamige Kirmes -, 2003 dann übernahm Weimer das Geschäft.

Rasenmäher und Co. wird es in der Kurzen Hohl also nicht mehr geben. Aller Voraussicht nach entsteht dafür auf dem 8000-Quadratmeter-Areal neuer Wohnraum: Karl Georg Graf zu Solms-Laubach will auch in Laubach einen Akzent für ökologisches Bauen setzen. Mit Holz aus heimischem Forst als hauptsächlichem Baustoff, so wie bereits im "Schwedendorf" am Rande von Grünberg zu besichtigen.

Gräfliches Haus wird Eigentümer

Zwar ist der Kaufvertrag noch nicht beurkundet, doch soll der Handel perfekt sein. Wie der Graf, so bestätigte auch Timo Weimer, für Laubach verantwortlicher Geschäftsführer, auf GAZ-Anfrage: "Wir sind uns einig." Die Pläne von Graf Solms bedürfen erheblicher Einstandskosten. Ein hohe Investition hätte auch für Weimer angestanden: Das noch aus der Hellwig-Zeit stammende Hauptgebäude ist "marode". Die Kosten für Abriss sowie einen Neubau, der den heutigen Ansprüchen gerecht würde, für die Außenanlagen wären in die Millionen gegangen.

Was Timo Weimer zufolge ein Grund dafür war, sich auf den Hauptsitz zu konzentrieren. Zumal man dort ein noch größeres Produktprogramm mit mehr Personal anbieten könne: In Ruttershausen eröffnete sich durch einen Zukauf die Gelegenheit zur Erweiterung.

"Wir bündeln die Kräfte", ergänzte hier Seniorchef Udo Weimer. Und nicht nur das: Die Lollarer strecken auch die Fühler ins Rhein-Main-Gebiet aus. In Dietzenbach wurde ein Autohaus erworben, wo - wie bereits in Schönau (Thüringen) - das komplette Programm vorrätig sein werde, wie der Seniorchef sagte. Der im Übrigen auf das geänderte Verbraucherverhalten verwies, die Bereitschaft, für ein gutes Angebot weiter zu fahren. Als Beleg nannte er einen Alsfelder Kunden, der eigens wegen des großen Ersatzteillagers den Hauptsitz ansteuere. Was das "Kräfte bündeln" angeht: Dass auch seine Branche das Internet spüre, merkte er abschließend noch an.

In Laubach also fällt der Hammer. Das komplette Inventar und das zwölfköpfige Team gehen nach Lollar. Den Bring- und Holservice sowie die Beratung vor Ort soll es aber weiter geben. Wieder Timo Weimer dankte am Ende den Kunden für die Treue und das freundschaftliche Verhältnis. Der "Laubach-Chef": "Wir gehen schon mit einem weinenden Auge." TB/FOTO: TB

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