Vorteile für die Verwaltung - und den Bürger

  • Thomas Brückner
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Laubach(tb). "Eine erhebliche Erleichterung für die Kollegen vom Bauamt, mit dem leidigen Plänewälzen ist es jetzt vorbei", sagt Isolde Hanak, Laubachs Erste Stadträtin. Und Fachbereichsleiter Martin Bouda ergänzt: "Nicht nur wir, auch der Bürger profitiert von diesem weiteren Schritt zur Digitalisierung unserer Verwaltung."

Die Rede ist hier vom sogenannten Infrastrukturkataster, kurz iKat. Für 6000 Euro hatte Laubach die Software vor einem halben Jahr angeschafft, samt fünf mobilen Tablets. Die Erfahrungen sind durchweg positiv, wie Bouda auf GAZ-Anfrage bilanziert. Zumal da selbst "Digital Immigrants" schnell die Bedienung der App erlernen könnten.

Als Beispiel für den Nutzen des Programms erwähnt Laubachs Bauamtschef die Ortstermine mit Häuslebauern: Treffe man sich auf deren Grundstück und bespreche das Vorhaben, könne man sogleich zeigen, wo etwa Ver- und Entsorgungsleitungen verlaufen. Schon aus praktischen Gründen sei es bisher gar nicht möglich gewesen, sämtliche Fachpläne zum Außentermin mitzunehmen. Ob Flurkarte, Bebauungs-, Wasser- und Kanalbestandsplan, all das und mehr sei nun sofort abrufbar. "Es braucht dazu nur das Tablet." Dank GPS-Ortung sei auch bei Terminen in Feld und Flur sogleich der genaue Standort auszumachen; nützlich, wenn es etwa - wie in Münster oder Ruppertsburg - um nicht überbaubare Überschwemmungsgebiete geht. Klar, auch diese Karten sind wie Luftbilder oder Flächennutzungspläne abrufbar.

Ein weiteres Plus dieses Bausteins der Digitalisierung - zum Nutzen der Verwaltung wie der Bürger - schildert Bauhofleiter Jörg Riddel: "Bei Wasserrohrbrüchen oder Neuanschlüssen stehen sofort parzellenbezogene Daten wie Grundstücksgrenzen, Lage oder Rohrdurchmesser zur Verfügung." Bei Bedarf könne der Wassermeister alles einsehen und somit schnell handeln - schneller als bisher, da die Kollegen im Außendienst oftmals auf älteren Plänen aus Papier den nächsten Schieber suchten. Mit iKat, so wieder Bouda, sei Laubachs Verwaltung durchaus vorn, bedenke man die Breite der Anwendung in der Verwaltung. "Bisher war die Software vor allem im Brand- und Katastrophenschutz eingesetzt." Dass diese regelmäßig gepflegt werden muss, versteht sich von selbst, kostet die Stadt einen mittleren dreistelligen Betrag per annum.

Den Gewinn für die Feuerwehren - allen Einsatzabteilungen wird die App in Kürze bereitgestellt - erläuterte Dominik Mebus, seit Kurzem Wassermeister und 2019 Stadtbrandinspektor. Nur ein Beispiel: Bereits auf Anfahrt zum Brandort stünden relevante Daten wie Lage der Hydranten, Löschwasservolumen oder Objektpläne zur Verfügung.

Fast alle kommunalen Entscheidungen und Handlungsfelder stünden heute in Bezug zu Geoinformationen, die somit konstituierend für modernes Verwaltungsmanagement seien, meinte am Ende Mark Reitmeier. Der ist Prokurist der iKAT GmbH, die das System anbietet. Dessen Vorteile beschrieb er kurzgefasst mit "einfach und intuitiv handhabbar", "stabil" und "offline". Letzteres spiele gerade in Gebieten mit schlechtem Internet eine Rolle - auch in Laubach oftmals sogar eine Hauptrolle, möchte man da hinzufügen.

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