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Nach der Zwangspause im Vorjahr: Großer Andrang an Tag eins der 19. Garten- und Landhaustage »La Villa Cotta«.

Von »Sturmschirmen« und »Kussechtem Knobi-Speck«

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Laubach (tb). »Keiner geht hier ohne ein Paket unterm Armraus« - der Mittfünfziger ist zufrieden. Auch an seinem Mode-Stand liefen die Geschäfte gut. »Ich bin überrascht von dem Andrang. Es sind auch kaum Sehleute unterwegs.« So sehen es auch die anderen Händler, die die Gießener Allgemeine beim gestrigen Neustart von »La Villa Cotta« im Laubacher Schlosspark befragt hat.

Auch Thorben Gögel. »Die Leute haben Nachholbedarf, nach der langen Durststrecke«, glaubt der Verkäufer von Olivenöl aus eigener Herstellung. Sein Stand befindet sich am Eingang »Schloss«. Am frühen Nachmittag hatte er das Ende der Kassenschlange nicht mehr ausmachen können. Und das habe nicht an den Abstandsregeln gelegen. Die Vorgaben zum Infektionsschutz prägen natürlich auch diese Veranstaltung. Dazu zählt die Begrenzung der Besucherzahl: Jeder Gast erhält daher einen roten Plastikchip - rund 2500 gibt es insgesamt.

Noch bis zum Sonntag geöffnet

In dem wunderschönen Park, angelegt im 19. Jahrhundert, ist freilich genug Platz. Auch wenn der Bereich um den Inselteich ausgespart worden ist. Bei diesmal »nur« 90 Ständen braucht es diese Reserve eh nicht.

Pandemiebedingt musste die 19. Auflage der Gartenmesse vom Frühling in den Hochsommer verlegt werden. »Macht nix«, meint Jan Stins. Ob farbenprächtige Zierlauch-Variationen, Calla, Tulpen oder Jumbo-Lilien - sie alle könne der Gartenfreund auch jetzt noch pflanzen.

»Den späteren Termin merken wir gar nicht«, versichert der Mann aus den Niederlanden. Heißt: Auch an seinem Stand laufen die Geschäfte prima. »Vielleicht«, mutmaßt er noch, »ist der Besuch heute auch so gut, weil so mancher fürchtet, morgen werde er sich nasse Füße holen.«

Die Grüne Branche insgesamt profitiert von Corona. Wer aufs traute Heim zurückgeworfen wird, den treibt’s in den Garten. Angezogen haben laut Veranstalterin Anja Hartmann auch die Anfragen von Händlern, die Grills anbieten. Oder Gartenkamine; so ab 3000 Euro aufwärts sind die in Laubach zu haben. Bis Sonntag ist »La Villa Cotta« noch geöffnet. Und falls es doch regnet: Neben dem Softeis warten »Sturmschirme« aus Japan auf Käufer. Das unangenehme Umstülpen, von dem schon der »Fliegende Peter« ein traurig Lied zu singen wusste, sollen die hier gleich 24 Speichen verhindern. Was beileibe nicht die einzige Besonderheit dieser Messe ist. Verspricht sie doch neben Gartenprodukten so allerlei unterm Label »Kunst, Genuss und Lebensart«. »Geniale Keramikreiben« aus der Toskana oder exklusive Möbel fürs Freie fallen darunter. Nicht zu vergessen der »Kussechte Knoblauchspeck« aus Moosburg. Ob das wirklich funktioniert? »Ja«, versichert die Verkäuferin - freilich mit einigem Abstand.

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