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Ralf Kramp liest im Rathaussaal Gedichte und Kurzkrimis.

Vom Hochzeitstag und Schwiegermutter

  • VonHans-Joachim Losert
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Laubach (fp). In einer humorvollen Lesung faszinierte der König der Kurzkrimis seine Zuhörer im Laubacher Rathaussaal: Im Rahmen des Krimifestivals las Ralf Kramp Gedichte und kurze Kriminalgeschichten. Zudem »feierte« er gemeinsam mit den Gästen eine »schwarze Messe«.

Zum Auftakt lud der Autor zum Gedicht »Picknick« im Herbst ein. Im Wald wurden die Tiere angelockt und hörten: »Hör ich mich leise reden, ein Stückchen Fleisch gibt’s heut’ für jeden. Die Tiere schlucken froh und munter, ein Stückchen Schwiegermutter runter.«

In einer weiteren Geschichte versucht der Schwindler Hans Ludwig Firmbusch der Bauhistorikerin Hilde Gänswein mit Burg Drosselfels einen »zusammengedübelten Haufen Mumpitz« als wertvolle Burgruine anzupreisen, um sie in Touristikpublikationen zu veröffentlichen. Die erkennt jedoch die Gaunerei und landet mit den Denkmalpflegern und weiteren engagierten Experten im Brunnen. Die Hilferufe erklärt Firmbusch einem ankommenden Pärchen mit der Existenz eines Burggespenstes. Ein abendliches Gewitter soll den Brunnen füllen, dann höre man ihre fürchterlichen Schreie nicht mehr. Beim Gedicht »H wie Hochzeitstag« beginnt jedes Wort mit einem H: »Hab hinreichend Hass. Heinz? Hängt hinterm Haus. Hin? Hoffentlich.«

Die Frage, ob jemand der Zuhörer am Morgen schon in der Messe war, bejahte niemand. Ob der geschlossenen Vorhänge im Rathaussaal leitete Kramp zur schwarzen Messe als Ersatz für den Kirchgang ein. Die nächste Erzählung handelte von einer Pralinenschachtel mit vergifteten Süßigkeiten. Damit wollte der Täter seine wohlhabende Tante umbringen. Die starb jedoch für ihn unwissend eines natürlichen Todes, hatte vorher die Schachtel weiter verschenkt. Die Packung kam über Umwege zu ihm zurück und ihn ereilte das Schicksal der Tante.

Den Abschluss der Lesung leitete die Geschichte »Ene, mene, Mord« ein. Darin versuchen drei Killer, die Anweisung von verschiedenen Auftraggebern zu erledigen. Sie knobeln darum, am Ende werden sie alle von der Polizei erschossen: »eins, zwei, drei, hier kommt die Polizei.«

Zu guter Letzt las Kramp dann die Weihnachtsgeschichte »Drei Schüsse für Aschenbrödel«. FOTO: FP

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