»Verträge werden eingehalten«

  • Thomas Brückner
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Laubach (tb). Transparenz zeigen, die Einhaltung der Auflagen des Landkreises wie auch der Verträge mit der Stadt dokumentieren - darum ging es gestern Morgen dem Unternehmen Gade GmbH. Bei einem Pressetermin am alten Singalumnat erläuterte Corbin Bessell, Bauleiter für hier geplante drei Mehrfamilienhäuser, Erledigtes und Anstehendes. Mit dabei war Bürgermeister Peter Klug.

Vorab: Der Abriss verzögert sich etwas, erst Mitte April soll er nun beginnen. Als letzte artenschutzrechtliche Maßnahme wird es zuvor ein paar »Fangtage« geben: Mit Lebendfallen werden wider Erwarten angetroffene tierische Bewohner umgesiedelt. Bis Juli dann soll die seit den 1990ern leer stehende Ruine perdu sein.

Wann es mit dem Bau der drei viergeschossigen Häuser mit ihren 50 Wohnungen losgeht, dazu mochte sich Bessell noch nicht festlegen. Doch auch hier würden die im Durchführungsvertrag enthaltenen Fristen eingehalten.

Der Bauleiter hatte eingangs an den Stopp der Rodung erinnert, den die Untere Naturschutzbehörde nach einer Eingabe der Bürgerinitiative im Oktober erlassen hatte. Sei’s drum: Wie von der UNB auferlegt, habe man ein Fachbüro mit einem artenschutzrecht- lichen Gutachten beauftragt, ohne dass gefährdete Spezies entdeckt worden seien. Im Januar ward dann der Baustopp aufgehoben, im Februar erteilte die Kreisbauaufsicht die Abrissgenehmigung.

Die Arbeiten laufen seither wieder, doch unter engen Auflagen. Für eine schonende Rodung etwa dürfen die im ehemaligen Alumnatshof angesiedelten Bäume zunächst nur auf Stock gesetzt werden; eine Vorsichtsmaßnahme für besonders ausgiebige Winterschläfer. Überdies hat das Unternehmen Übergangsquartiere anlegen müssen: Trockenmauern auf dem Magerrasen am Ramsberg für Eidechsen und 21 Setzlinge, Schlehen, Schneeball oder Haselnuss. Ob die fingerdicken Pflanzen als zeitweiser Habitatersatz sinnhaft seien, da hatte Bürgermeister Klug seine Zweifel.

Klug: Störfeuer vermeiden

Wieder Bessell gab Ergebnisse des Artenschutzgutachtens wieder. Danach hat das Büro, übrigens im ständigen Austausch mit der UNB, weder Fledermäuse noch andere geschützte Arten wie die Haselmaus vorgefunden. In Absprache mit Eric Fischer (NABU Laubach) habe man als zusätzliche Ausgleichsmaßnahme im Randbereich Nistkästen aufgehängt. Apropos: Dort stehende große Bäume will der Bauträger möglichst erhalten.

Streitpunkt in Laubachs Politik war zuletzt die Einhaltung des Durchführungsvertrags mit der Stadt. Etwa was die Behebung von Schäden durch Baufahrzeuge angeht. Dass eine Beweissicherung nur zeitnah Sinn ergebe, merkte hier Bessell an.

Vor allem aber die Forderung der BI an die Verwaltung, das Schadstoffgutachten der Gade Bau einzusehen, da man eine Gefährdung durch As-beststäube fürchte, sorgte für Turbulenzen. Ein Dach des Gebäudeensembles ist durchaus mit Eternitplatten gedeckt. Auch hier habe man sich eines Fachbüros bedient, schickte der Bauleiter voraus. Und: »Es ist dies nicht unser erstes Abrissvorhaben, die Firmen halten sich selbstverständlich an die Auflagen.« Auch sei bereits die Wasserversorgung zur Minderung der Staubbildung gesichert.

Zur Kritik an seiner Informationspolitik räumte Klug ein, man hätte das eine oder andere offensiver publizieren können. Doch sehe er sich nicht in der Pflicht, wöchentlich Wasserstandmeldungen zum Stand des Schadstoffgutachtens abzugeben, zumal damit weitere »Störfeuer« im Sinne unberechtigter Forderungen entfacht worden wären. Entscheidend sei doch, dass die Gutachten rechtzeitig vorlägen.

Bessell wie Klug verwiesen am Ende auf viele positive Rückmeldungen von Bürgern zu dem Vorhaben, auch aus der Nachbarschaft. Der Bürgermeister: »Die BI ist nicht Laubach.« Und wie bei der A 49, so seien nun mal auch hier alle Beschlüsse gefasst.

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